Zwei Zähne leichter

Oh man, hätte ich gestern vor dem Termin schon gewusst, wie ich mich danach fühle, wäre ich weniger glücklich aus der Praxis gegangen. Warum ich glücklich war? Na weil die unteren beiden Weisheitszähne endlich weg sind und weil es recht angenehm war. Nachdem ich mich innerlich über den Schrott von Wartezimmerzeitschriften aufgeregt habe, bekam ich vier Spritzen, von denen ich zwei nicht mal spürte und die anderen beiden waren wie Mückenstiche. Der operative Eingriff ging auch geschmeidig über die Bühne. Danach habe ich geredet wie ein Renter ohne Zunge, total matschig. Das war schon ganz schön lustig, doch später war gar nichts mehr lustig.

Als die Betäubung vollkommen abgeklungen war, begann das Desaster. Es ging mir komisch, als wäre ich auf einem schlechten Pilzetrip. Meine Zunge tat brutal weh, sowohl auf der Oberfläche, als auch der Muskel. Dann wurde mir eiskalt. Über meine Leggings zog ich noch eine Jogginghose, übers T-Shirt noch ein Pulli und über meine Socken noch ein paar Wintersocken von Sid. Mit all den Schichten rollte ich mich in meine Decke, doch mir wurde einfach nicht wärmer. Ich fror, als läge ich im Schnee. Als ich mich noch auf die Wiese schleppte, dass Polly puschern konnte, wurde mir plötzlich enorm heiß. Oben angekommen entpellte ich mich, legte mich hin und deckte mich zu. Klar, unter der Decke wurde mir wieder kalt. Die untere Kauleiste hat sich auch merkwürdig angefühlt, denn da drückte nun nichts mehr von hinten gegen. Es entlastete sich mit leichtem Jucken. Mir ging es elendig und ich musste ständig mein Kopf halten, obwohl ich keine Kopfschmerzen hatte, aber meinem Unterkriefer ging es gut. Die Blutung ließ binnen von fünf Stunden nach und auch heute keine Schmerzen oder Beschwerden. Ich musste nicht mal eine Schmerztablette nehmen. Gestern ging es mir von Minute zu Minute schlechter – gut, dass ich auf Alice Wunder gehört habe und auf guten Rat zu Hause blieb – und heute sehe ich aus wie ein Backenhörnchen, so ein bisschen entstellt. Die Linke Seite ist mehr angeschwollen, als die rechte.

Da es mir heute entsprechend gut geht, bin ich für den Mathetest zur Schule gefahren, denn ich hab kein Bock auf einen Nachschreibetermin vor der Schule. Mittlerweile bin ich wieder zu Hause und es ging auch alles gut, doch jetzt fühle ich mich geschwächt und hab leichten Druck, da wo die Weisheitszähne waren. Naja, morgen steht nichts an und heute auch nicht mehr, also werde ich guten Gewissens mit Krankschreibung faulenzen. Das tut der Seele gut. Was weniger toll ist, ist die Nahrungsaufnahme, denn ich kann meinen Mund gerade so weit öffnen, dass die Zeigefingerspitze durch passt. Kauen geht gar nicht und auch die Muskeln in der unteren Gesichtspartie kann ich nicht anspannen, aber immerhin kann ich etwas lächeln. 

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Raus mit den Zähnen

Heute ist es endlich so weit! Endlich kommen meine Weisheitszähne raus. Der CT ist und es gibt eine Alternative. Ich bin trotzdem nicht davon überzeugt, dass alles glatt geht. Als ich den Oralchiruge letztes Mal fragte, ob es nicht möglich ist die Zähne vor den Weisheitszähnen raus zu nehmen, falls diese den Nerv umarmen oder so. Er bejahte es, doch meine Biolehrerin Frau Mering war nicht so begeistert davon. Sie meinte in den Weisheitszähnen ist meist irgendwas Krankes. Mein erster Gedanke war: iiihhhhh! 

Naja, erstmal werde ich da in knapp drei Stunden aufkreuzen und abwarten was der Mundhöhlenklempner sagt. Wenn er die Weisheitszähne problemlos entfernen kann, dann soll es so sein. Andernfalls werde ich erstmal klarstellen, was da Krankes drin sein könnte und ob das bei mir der Fall ist. Im Großen und Ganzen ist es mir egal, ob mir die unteren Weisheitszähne oder Backenzähne fehlen. Allerdings möchte ich weder was Krankes, noch einen tauben Unterkiefer.

Mal sehen wie es mir danach geht. Wenn es entsprechend gut geht, werde ich noch zur Schule fahren, ansonsten verbringe ich den Tag mit meiner zuckersüßen Polly.

Abturn-Ticker: ich Feier die Musik 

In der Nacht war ich mit Polly draußen, weil ich ein paar Pokéstops einsammeln wollte. Also lief ich eine mittelgroße Runde mit ihr. Davor schmiss ich eine gelbe Waage nach.


Anschließend legte ich mich wieder zu Sid und habe dieses Gefühl, der nicht vorhandenen Zeit genossen. Das war so kurz nach 3 Uhr, als der zweite Schub wirkte. Als das Augenhacken vorüber war, spielte ich wieder mit meinem Handy rum, was ich bis jetzt tue, bloß dass ich mir Musik dazu angemacht habe. Die Ohrstepsel brüllen mir direkt ins Hirn. 

Alligatoah begeistert mich mit seiner Clique immer wieder. Ich mag diese Wortgewandheit mit einer Nadelpistole voller Spitzen für die Regierung. Wenn Sudden über Pokémonkarten rappt, lässt er natürlich den Player raushängen: „Baby, lass dich gehen, bist neben meiner Glurakkarte die schönste in meinem Leben. Ist doch kein Problem, bezwinge mein Riesenglied und wir machen Liebe zum Pokémon Titellied.“ 

Oder wenn die Bengel von Damals in der Schule erzählen: „Was soll ich denn mit gute Noten, alles was ich will sind gute Drogen“ oder „mach‘ dir keine Sorgen um den rechten Arm, hier bei uns in Brandenburg wächst der nach.“

Um gleich mal bei Kritik über Beschränkte zu bleiben: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Eines seiner von mir ausgezeichneten Meisterwerke mit Sprüchen wie „Du verpisst dich besser ganz schnell und gehst nach Haus oder meine Nachbarin schickt ihre Schläger raus. Denn im Haus nebenan wohnt Eva Braun. Die sammelt Köpfe von Fremden auf dem Jägerzaun.“ oder „Hier ist die Mauer im Trend, die Sicht ist dauerbeschränkt, denn was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!“, „Fremde nicht mögen ist hier Mannschaftssport […] an diesem herrlichen Ort steht ein Häuschen in Flammen, denn die Ernte verdorrt und ein Säugling erkrankt, denn wir werfen dir vor deine teuflische Hand ist schuld und nicht, DASS HIER JEDER SÄUFT UND NICHTS KANN!“ und „Wo das Kälblein auf der Weide ruht, da sind Bücher nur zum Heizen gut. Wo die Schönheit dieser Schöpfung sprießt, da sitzt die Dummheit in den Köpfen tief!“. Der Song ist einfach genial.

Jetzt werd ich weiterkiffen und mit meinem iPhone spielen. Polly muss erst zur Mittagszeit raus und meinen Termin beim Oralchiruge werde ich per Anruf verschieben, mit der Ausrede Unwohlsein. Hoffentlich ist der nächste Termin nicht erst in zwei Monat. Momentan habe ich eh keine Probleme mit meine Weisheitszähne, bloß dass die zwei meine untere Kauleiste verschieben und das ist uncool ohne Ende…

Man kacke …

Ich fühle mich echt beschissen. Eigentlich müsste ich auf Arbeit gehen, aber ich hab mich krank gemeldet. Gestern hatte ich schon Zahnschmerzen, jedoch waren die erträglich. Weil meine Weisheitszähne wachsen passiert das in letzter Zeit öfter, aber heute habe ich einfach nur kein Bock auf die Welt. Ich muss nachher auch zum Zahnarzt und mir wurde schon geraten Zeit mitzubringen. Ich hoffe, dass er mich für heute krank schreibt, sonst muss ich morgen zu meiner Hausärztin fahren und mir was ausdenken, dass sie mich für heute rückwirkend krank schreibt. Zur Schule werde ich dann zu spät sein, wenn ich dann überhaupt noch hingehe. 

Das nervt doch. Also, ich bin genervt von mir selbst, weil ich kein Bock habe. Mit mir ist momentan nichts anzufangen. Ich habe gerade versucht ein paar Psychologen zu erreichen, von der Liste, die mir meine Sozialarbeiterin mal gab. Bisher ist keiner ran gegangen, außer ein Anrufbeantworter, der mir mitteilte, dass zur Zeit keine freien Plätze verfügbar sind. Ich muss endlich was machen, um aus dem Sumpf der Demotivation rauszukommen. Alles worauf ich Lust habe ist zu Hause abgammeln, kiffen, zocken und mit Polly was machen. Ich fühle mich so ausrangiert und abgestellt. Keine Ahnung warum. Es ist so abgefuckt, dass ich nicht mal ein Grund sehe was an der Situation zu ändern. Von mir aus kann es so weiter gehen und genau das ist der Punkt, warum ich mich so gehen lasse. Später werde ich es sicher bereue. Ich muss mir ein wenig in die vier Buchstaben treten um endlich wieder ein Leben zu führen. Ein richtiges Leben, was nicht nur auf meinem Sofa stattfindet. So wie es schon mal war, bevor ich angefangen hab Drogen zu nehmen. Damit meine ich besonders Gras. Ich hab schon viel zu oft die Schule geschwänzt, weil ich zu breit war und einfach kein Bock hatte. Ich wollte lieber bequem rumliegen, als was zu lernen. Es kotzt mich aber, dass ich so geworden bin. Früher wollte ich keine Unterrichtsstunde verpassen und jetzt bin ich froh über jeden Ausfall. 

Es ist wohl so langsam der Zeitpunkt gekommem, an dem ich mich entscheiden muss was ich will. Nur leider fehlt mir die Willenskraft und vor Allem die Motivation. Ich schaff‘ das alleine nicht. Ich brauche jemanden von dem ich was halte und der mir eine Liane zuwirft, um mir zu helfen aus diesem Sumpf zu kommen. Die letzte Liane hatte Frau Hegersdorf mir zugeworfen, doch sie ließ los bevor ich auf festem Boden stand und seitdem habe ich mich im Sumpf versteckt und mir alles schöngeredet. Wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat, wird man von dieser Angelegenheit gebrandmarkt und gebrannte Kinder scheuen bekanntlich das Feuer. Doch wenn ich nicht langsam wieder zur Feuerstelle gehe, werde ich jämmerlich erfrieren.