Pseudoabklatsch

Meine Grundstimmung war in den letzten Tag gleichgültig, Motivation gleich null. Freitag Samstag habe ich gezogen, also ist die Stimmung am Sonntag gerechtfertigt, aufgrund von Abklatschsymptomatik. Montag war ich durch mit dem Durchsein, aber es hat sich nicht so angefühlt. Es ist so, als hätte ich ein Pseudoabklatsch. Ich hänge durch und will mich nur in meiner Decke einkuscheln. Morgen Vormittag muss ich arbeiten und danach zur alten Wohnung, um mit dem Nachmieter Absprache zu halten. Nachmittags ist dann wieder Schule, wo ein Mathetest ansteht. Dazwischen sollte ich den Kram für Geschichte nachholen und mir Mathe rein ziehen, Polly darf auch nicht vergessen werden. Es ist ja nicht so, als wäre jetzt wieder jeden Tag so stressreich, aber es sitzt mir einiges im Nacken. Außer auf Arbeit und in der Schule, habe ich mich noch nirgendwo umgemeldet. Mein Internet wird Freitag endlich hier geschalten, aber ich muss noch Strom und Ausweis ummelden, denn noch bei der Krankenkasse und dem Amt für Ausbildungsförderung. Abgesehen von den Ummeldungen, sollte ich allmählich mal Bewerbungen schreiben. Ich hab noch keine neuen Bilder und auch keinen Plan, wo ich mich bewerben soll. Außer die Ausbildung bei der Bahn, fällt mir nichts ein. Das Lehramtstudium kann ich mir mit meinem Schnitt in die Haare schmieren, denn die Uni in Potsdam ist schwer beliebt. Sowieso hab ich die Schule satt, aber das liegt weniger an der Schule, als viel mehr an den Unterrichtszeiten. Am liebsten würde ich augenblicklich schmeißen. Mathe ist einfach nur Brainfuck, Englisch Zeitverschwendung und Deutsch ist der absolute Gipfel der Wixxerei! Geschichte und Bio ist alles was mich interessiert und der Rest zerrt nur. Zum Glück konnte ich mit dem zweiten Halbjahr Physik abwählen, was mich zumindest etwas entlastet. 

Ruhe ist alles was ich will, dabei kann ich mir nicht erklären, wo diese Antistimmung herkommt. Es gibt momentan nichts, was mich runterzieht. Klar sind da Kleinigkeiten, die mich piesacken, aber damit kann ich umgehen. Eigentlich sollte ich eher fröhlich sein, denn ich komme mit meiner persönlichen ADHS-Forschung und Medikationsstudie voran. Erst heute hatte ich einen Termin bei Frau Hegersdorf, der einfach bombastisch war. Dann ist da auch meine neue Bude, die einfach geil ist. Es läuft alles bestens, warum also dieser Pseudoabklatsch? Ich muss meinen Buddha wieder wecken, denn der ist scheinbar eingeschlafen. 

Das muss laufen wie am Fließband

Glücklicherweise befindet sich die Beziehung wieder auf positivem Gelände. Jetzt weiß ich, dass meine Nerven einfach nur überstrapaziert waren. Das lag nicht nur an Sid, viel mehr an mir. Ja, ich hab sonst welche Negativitäten zu tief eindringen lassen, vergessen die Deckung oben zu behalten. Wenn ich nicht aufpasse, dann verpeile ich es ruhig zu bleiben. Selbstkontrolle … immer wenn ich denke, dass ich mich gut im Griff habe, kommt meine Persönlichkeit angestiefelt und verpasst mir ’ne Klarkommschelle. Es ist ja nicht so, als wäre ich unzufrieden mit meiner selbst, ich wünsche mir auch nie jemand anderes zu sein, außer wenn ich mal wieder zur Furie mutiere. Paradoxerweise geht es mir innerlich besser, wenn ich mich entladen habe, ist nur blöd wenn es jemand abkriegt, der zur falschen Zeit in meiner Gegenwart war. Wenn das passiert, egal ob bei Sid, Fremde oder sonst wen, plagt mich früher oder später mein schlechtes Gewissen. 

Wenn ich mich mal so in der Welt umsehe, dann entdecke ich eine Menge Leute, die ihre Launen im Griff haben. Da wäre zum einen Frau Hannemann, die jeden Tag ein Lächeln trägt und Gelassenheit ausstrahlt. Früher unterhielten wir uns oft nach der Schule, manchmal standen wir noch eine Stunde auf dem verlassenen Schulhof. An manchen Tagen gab es ihrerseits nichts erfreuliches zu berichten, da kam nur Leid über ihre Lippen. Beispielsweise als ihr Vater dement wurde, als eine langjährige Freundin starb oder das Ding, als Sie mir von ihrem Brustkrebs berichtete. Aber dennoch bleibt sie immer standhaft, lässt sich nichts anmerken und ist bärenstark. 

In meinem Kopf schwirrt dieser visuelle Gedanke umher. Er zeigt mir all die ausgeglichenen Menschen und wie sie sich selbst beherrschen. Die Selbstkontrolle wird als Lichtschalter dargestellt. Alle haben ein Kippschalter, den nur sie verwalten und mein Schalter ist ein Bewegungsmelder. Es sieht so aus, als gäbe es keine Lösung für mich, als läge es nicht in meiner Hand, denn ohne Schalter, keine Kontrolle. Warum bin ich nur so unausgeglichen und warum habe gerade ich den Bewegungsmelder abbekommen? Ist es etwa mein Job die blöde Kratzbürste zu sein? Darauf hab ich kein Bock, nee, echt nicht.

Immerhin wächst mein Optimismus, aber der ist noch lange nicht stark genug, um die Ausraster in Zaum zu halten. Momentan ist auch alles in Butter, so einigermaßen. Ich bin nun die zweite Nacht wach und ich war nur am Rackern. Dienstagabend ging meine Reise mit dem Sternschnuppenstaubexpress los. Nach der Schule hab ich losgelegt zu lernen und mein Schulkram zu erledigen. Vergangene Nacht lernte ich erst für die gestrige Geschichtsklausur, dann musste ich meine Gedichtinterpretation überarbeiten, den Physikvortrag ausarbeiten und ich habe es sogar noch geschafft einen weiteren Punkt für das schriftliche Referat in Geschichte abzuarbeiten. Mein Hirn ist voll von Nachkriegsjahren, Versailer Vertrag, Weimarer Repulik, Mikroskope und schlesische Weber. In der vergangenen Stunden sah es ähnlich aus. Zuerst musste ich den Physikvortrag fertig machen, was ich noch nicht geschafft habe. Mir fehlen noch zwei Skizzen und das Handout. Mikroskope sind jetzt nicht so aufregend, dennoch interessiert es mich und ich arbeite gerne dran. Leider zu gerne. Ich hab mich zu lange damit aufgehalten. Eigentlich wollte ich noch mit dem Referat weiter machen. Deadline ist der letzte Tag vor den Weihnachts-, als auch Halbjahresferien, aber ich kenne Frau Wendtland. Sie ist froh, wenn sie es so früh wie möglich kriegt und ich wollte damit glänzen als Erste abzugeben. Schließlich muss ich mir langsam mal wieder Motivation und Ehrgeiz aneignen. Das hat enorm nachgelassen und blieb oft auf der Strecke wegen irgendwelchen Negativitäten. Es ist nicht langsam Zeit dafür, nein, es ist allerhöchste Eisenbahn! Das Abi ruft und es wäre schön nicht einfach nur mit einer Vier zu bestehen. 

Zu Beginn des Schuljahres erkundigte ich mich, ob unsere Abendschule auch tatkräftig aufs Studium vorbereitet, denn ich wusste, dass es nicht so ist. Wenn man was will, muss man sich kümmern und das habe ich getan, nicht nur weil ich Klassensprecherin bin, sondern weil ich Antworten brauchte, die ich jetzt glücklicherweise habe. Neben der erlangten Klarheit, habe ich aber auch Panik bekommen. Der Herr Irgendwas erklärte uns, wie das mit der Verteilung der Studienplätze läuft. Wenn ich meine Messlatte beim gerade bestandenen Abi hängen lasse, dann werde ich zwar LimboQueen, aber stehe wahrscheinlich jahrelang auf der Warteliste für einen Studienplatz. Klar wäre es cool einfach mal ein Jahr durchzuchilln und jede Minute mit Polly zu verbringen, aber ich hab keine Lust noch länger auf meine Zukunft zu warten. Andere Fünfundzwanzigjährige steuern schon volle Kraft voraus auf ihr Diplom oder ihren Doktor und ich weiß nicht mal, ob ich das mit der Mathematik gebacken kriege. Was ist, wenn ich das Abi in Sand setze, weil Vektoren und ihre Linearkombinationen echte Fotzköppe sind?! Was soll ich denn tun? Ok, durchatmen … wenn ich versage, habe ich immerhin noch das Fachabi und damit findet sich sicher auch eine geeignete Studienrichtung. Noch ist nichts verloren. Ich bezweifle, dass ich es noch auf einen Zweierdurchschnitt schaffe, denn ich hab dieses Halbjahr schon dreimal eine 5+ kassiert. Lennox drängt mich auch, dass ich mich mehr reinhänge und er hat ja auch Recht. Auch wenn mich die Abendschule ankotzt und ich absolut kein Bock mehr darauf habe, erst am späten Nachmittag die erste Stunde zu haben, sollte ich dich nicht vergessen, dass eigentlich ein Streber in mir wohnt. Auf meinem Zeugnis vom dritten Lehrjahr stehen mehr Einser, als Zweier und jetzt interessiert es mich nur noch, ob ich bestehe. 

Abturn-Ticker: Was für Euphorie

Im Moment würde ich am liebsten auf die Straße rennen und lauthals Freude schöner Götterfunken mit dem Chor von JBO im Hintergrund singen. Klar ich bin voll durch und draußen ist kalt, aber das wäre die einzige Möglichkeit mein Glück zum Ausdruck zu bringen. Das mag an den Drogen liegen oder daran, dass im Moment einfach alles perfekt ist. Ich muss morgen arbeiten, aber ist mir egal. Wär doch gelacht, wenn ich das nicht schaffe. Schließlich muss ich die meiste Zeit eh nur rumsitzen.

Abturn-Ticker: Bäähhh


Boar, bin ich platt. Zum Glück ist Wochenende und es steht auch nichts weiter an. Beim Gassigehen mit Polly war ich beim Bäcker Trinkpäckchen holen und Tabak für Sören und mich. Unterwegs hab ich Schnecken im Efeu entdeckt. Alle waren in Bewegung, doch diese Eine hat schneckenmäßig abgechillt. Schnecken sind so schon extrem langsam mit 2 cm/min. Eine bekiffte Schnecke würde bei einer Fällung sicher -1 cm/min zurücklegen, weil sie im Schneckentempo abwärts gleiten XD. Da bleibt nur die Frage, ob diese Bernsteinschnecken auch Cannabinoid-Rezeptoren haben, um breit werden zu können…

Vorm Gassigehen habe ich vier Stunden geschlafen und davor 1,5 Stunden gekotzt. Jaa, was auch immer das war, was ich da rückwärts aus dem Verdauungsapparat geschleust habe. Galle war es nicht, denn die ist grün und Magensäure war es auch nicht, denn die ist weiß oder gelb und schaumig. Das heut Nacht war schwarz und sah aus wie das Badewasser eines Schornsteinfegers. Immer wieder bekam ich brutale Schweißausbrüche. Ich hab nur einmal kurz geblinzelt und schon sind meine Hände klitschnass, genau wie die Stirn, Kniekehlen und der Kopf.

Donnerstagnachmittag hab ich ein roten Diamant geschmissen und später mit einem lila Domino nachgelegt. Gestern habe ich eine Stunde schlafen können und dann habe ich mir Sternschnuppenstaub organisiert. Dieses Zeug hatte ich schon lange nicht mehr, so dass ich schon vergaß wie das zeckt und wie hart das ist. Drei kleine Bahnen waren mehr als ausreichend. Dieses Zeug haut zwar gut rein, aber der Abklatsch hat es dafür auch in sich.

Von Ei bis zum Elefant

Nachmittags, auf dem Weg zur Schule fühlte ich mich wie ein Ei, das unterm Siedepunkt gegart wird. Schön pochiert. Der lütte Gegenwind vom Radfahren hat mich etwas abgekühlt. Als mir während der Fahrt die Sonne frontal strahlte und meine Haut wie Pelle von Hähnchenkeulen brutzelte, musste ich mich an  die Doku erinnern, die ich letztens im TV gesehen habe. Es ging um Tiere und ihre ausgesprochen sensiblen Sinne. Bei dieser, ich glaub Terra X Folge, wurde gezeigt, wie gewisse Tiere Naturkatastrophen frühzeitig spüren, um sich in Sicherheit zu bringen. This is the real sixth Sense und nicht diese global irrelevante Hollywoodproduktion. Filme sind ok, aber ich habe mehr Freude mit Dokumentationen. Filme begeistern mich meist nicht so sehr, abgesehen von denen, wo meine Lieblingsdarsteller rumhampeln. Dennoch gucke ich eher Dokus, Serien, Reportagen, … 

Zurück zur Tierdoku, naja … mehr oder weniger. Die Krokodile wurden in der Sendung leider nicht erwähnt. Dennoch weiß ich, dass aus sie einen Übersinnliche haben. Lange bevor der Wasserspiegel des Nils steigt, wissen diese Krustenmonster schon, wie hoch das Wasser steigen wird. Die Anwohner orientieren sich an den Krokodilnestern, um sich auf das Hochwasser vorzubereiten. ZDF, da ist dir was entgangen -.-

Weiter geht’s mit Dickhäutern und   wie sie mit ihren feinen Fußsohlen durch Sumatra streifen. Elefanten haben so schon außergewöhnliche Füße. Eigentlich laufen sie auf Zehenspitzen, als hätten sie Hackenschuhe an. Aber es geht nicht um Anatomie, sondern Sinne. Um besonders schwache Bewegungen zu spüren, verlagern die tonnenschweren Tiere ihr Gewicht hauptsächlich auf einen Vorderfuß. So bemerken sie Erschütterungen, die von geisterhaften Vorbeben kommen. Mutter Erde lebt und wächst, wie auch wir. Sobald sich eine tektonische Platte über die andere schieben will, bringen sich Elefanten in Sicherheit, um dem kommenden Erdbeben nicht zum Opfer zu fallen. Ähnlich machen es auch Hunde. Tage bevor Städte zerstört werden, wird Menschens bester Freund auffällig unruhig und rennt sogar von zu Hause weg. Umso stärker es wird, desto weiter fliehen sie. 

Einige Regionen der Erde werden von Waldbränden heimgesucht. In Australien gibt es Feuerkäfer, die die Brandflächen aufspüren können. Heißer Torfboden wird vom Wind einfach entfacht und der Mensch ist für das Feuer nur ein Furz. Für die Feuerkäfer sind die fast faunafreien Brandregionen eine Fortpflanzungs- und Brutstätte. Mit ihren winzigen Sensoren im Hinterteil, finden sie Naturbrände, die weiter entfernt sind, als ein Marathon. 

Ein Waldbrand ist schon gigantisch, aber ein Vulkanausbruch stellt die Flammen in den Schatten. Manche glauben an Götter und ich lausche unserer Mutter. Wenn die Erde Lava spuckt, ist sie wütend auf die parasitäre Menschheit. Ich kann schon verstehen, dass sie uns loswerden will. So beschissen wie wir sie behandeln, dafür dass sie uns das alles, diese ganze Schönheit schenkt. Auf Sizilien leben Ziegen, die genau wissen, wann das Tataros an die Oberfläche kommt. Sie verziehen sich an Plätze, wo hohe Büsche sind. Dort wo die Lava nicht entlang fließt. 

Zum Schluss noch Kleine Steine mit großem Sonnenschirm. Diese Organismen sind nicht nur schön, sondern bilden auch ihr eigenes Ökosystem: Korallen. Am bekanntesten ist wohl das Great Barrier Rief an der australischen Küste. Man kann es sogar vom Mond sehen. Dieses Ökosystem ist extrem sensibel. Geringe Temperaturveränderungen sind schon Stress für diese Lebewesen. Aber sobald es zu warm wird, sondern sie Schleim ab. Sieht aus, als würde Rotze im Wasser schwimmen, aber es ist ihr Schutzmantel. Zudem geben sie was gasförmiges ab, um ihre eigenen Wolken zu produzieren. So blockieren sie Sonnenstrahlen und sorgen für Schatten. Einfach amazing!

Es gibt auch Bauernregeln, die sich nach dem Tierverhalren richten: die Vögel fliegen tief, es wird bald regnen; oder richtig ausgedrückt: wenn die Schwalben im Flug das Wasser berühren, so ist der Regen zu spüren. Andere besagen, dass eine Amsel in Haus, Blitze fern hält. Dabei ist die Amsel einfach nur intelligent und weiß, wo sie sicher ist. In der Tierwelt ist jedes Lebewesen voll im Bilde. Alle wissen bestens Bescheid wie das Leben und Überleben läuft, welchen Platz man einnimmt, wovon man sich ernährt, wie als auch wann die Paarungszeit ist und was sonst noch alles dazu gehört. Jeder kennt die Regeln und jeder trägt seinen Teil zum idealen Gleichgewicht der Natur bei. Kein Jäger rottet je seine Beute aus und kein Bewohner vergiftet seinen eigenen Lebensraum. Kein Wesen würde sich so verhalten, weil alle im Einklang mit Mutter Natur und ihrem glühenden Herz sind. Aber ein schwarzes Schaaf gibt es in jeder Familie und in diesem Fall ist es der parasitäre Mensch. Menschen verfügen nicht über die Sinne, die uns spüren lassen wie es  Mutter Erde geht. Wir wissen nicht welchen Meeresströmungen wir folgen müssen, um lebensnotwendige Stationen zu erreichen. Wir stehen nicht im Einklang mit der Natur, weil sie verdrängt wird, sie wird zerstört und vergiftet, wodurch das gesamte Weltklima gestört wird. Klingt nicht schwerwiegend, aber es bringt den Tod. Leider leidet der Mensch viel zu wenig darunter. Die, die im Einklang mit der Natur sind und sie beleben, sind die unter denen die meisten Opfer zu beklagen sind. Vielleicht die Schuld der Announaki, die uns hier aussetzten und zurück ließen, denn wir gehören hier nicht her mit unserer Vernichtungswut auf unseren Lebensraum.