Hundehaltung unerwünscht – aber nicht mit mir!

Ende letzter Woche traf ich eine Nachbarin aus dem Erdgeschoss unten vor der Tür. Sie wollte mir von der Situation der anderen Mieterin auf ihrer Etage berichten, die sich demnächst einen Welpen zulegen wollte. Allerdings wurde ihr die Anschaffung von der Hausverwaltung ohne Weiteres untersagt. Das hat mich erstmal überrascht und ich kann mir denken, dass sie sich unfair behandelt fühlt, da ich schließlich auch einen Hund habe. Zunächst habe ich mir nichts weiter dabei gedacht, bis ich gestern ein Schreiben der Verwaltung im Briefkasten fand. Drinnen steht, dass mir die Hundehaltung untersagt wird und ich bis Ende des Monats Zeit habe Polly aus der Wohnung zu schaffen. Weiterhin wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mir nicht die Zustimmung des Vermieters eingeholt habe, wie es im Mietvertrag vermerkt ist. Das ist so nicht ganz richtig, also habe ich versucht meinen Ansprechpartner von der Verwaltung, Herr Böllke anzurufen. Ich konnte ihn nicht erreichen, dafür jedoch seine Kollegin im Büro. Wir kamen bezüglich der Situation ins Gespräch und was mir da zu Ohren kam, war weniger erfreulich.

Als meine Mutter mit mir Ende letzten Jahres eine neue Wohnung suchte, hat sie diese in der Zeitung gefunden und gleich angerufen. Sie hat direkt erwähnt, dass ich einen kleinen Hund habe und daraufhin sagte der Herr Böllke, ich solle Polly mit zur Besichtigung bringen. Folglich sind meine Mutter, Polly und ich bei der Besichtigung erschienen und es gab auch keine Einwände wegen meinem kleinen Vierbeiner. Ein paar Tage später erschienen wir erneut hier zusammen mit meinem Stiefvater und ich unterschrieb den Mietvertrag, sowie die Hausordnung. Es gab zu dem Zeitpunkt keine Probleme was die Hundehaltung betrifft und der Hausverwalter verlor auch kein weiteres Wort dazu. Nun wohne ich hier seit sieben Monate und bekomme eine Mitteilung darüber, dass die Verwaltung nichts von Polly wusste und die Haltung untersagt wird. Beim Telefonat mit seiner Kollegin stellte sich heraus, dass Herr Böllke die Information zur Tierhaltung nicht weitergegeben hat und sich auch ahnungslos gab. Mir wurde gesagt, er wüsste nichts davon, dass ich mit Hund eingezogen bin. Ich fing innerlich an zu kochen, aber könnte ruhig bleiben, da die Verwalterin sehr freundlich und entgegenkommend war. Sie wird das Thema nun noch einmal anschneiden gegenüber dem Eigentümer und ich soll mich Ende des Monats nochmal melden. Es hat mich durchaus empört, dass der mir gegenüber kompetente Herr Böllke sich hinterrücks so mies verhält.

Im Mietvertrag ist ein Abschnitt zur Tierhaltung formuliert: "Jede Tierhaltung, mit Ausnahme von Kleintieren, wie z. B. Zierfische, Ziervögel, Hamster, bedarf der Zustimmung des Vermieters. […] Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern, wenn eine Gefährdung oder Belästigung durch das Tier nicht völlig auszuschließen ist. […]". Diese Klausel erwähnt nicht, in welcher Form die Zustimmung eingeholt werden muss, nur, dass eine Zustimmung widerrufen werden kann und der Mieter für jegliche Schäden zu haften hat. So! Der Verwalter hat meiner Mutter und mir gegenüber der Hundehaltung mündlich zugestimmt. Zwar hat mir seine nette Kollegin heute gesagt, dass er dazu nicht befugt ist, sondern der unbekannte Eigentümer, aber woher sollte ich das zu diesem Zeitpunkt wissen? Bis heute weiß ich nicht wer der Eigentümer des Hauses ist, denn im Mietvertrag steht die Hausverwaltung als Vermieter, die nach ihrer Klausel auch diejenigen sind, die entscheiden.

Nach dem Telefonat habe ich mich an Stuart gewandt, der mir auch direkt weiter helfen konnte und sogar ein Schreiben fertig gemacht hat. Das habe ich mir später durchgelesen und selbst auch noch recherchiert. Im Mietrechtslexikon fand ich einen Artikel zum Zustimmungsvorbehalt, der besagt, dass ein Schriftformerfordernis unwirksam ist und demnach eine mündliche Zustimmung ausreichend ist. Weiterhin konnte ich im Bußgeldkatalog 2017 für Tierschutz erlesen, dass nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2013 (Az., VIII ZR 168/12) eine Untersagung der Katzen- und Hundehaltung nichtig ist, da der Mieter dadurch unangemessen benachteiligt wird. Außerdem wird hier explizit erwähnt, dass ein Verbot triftig begründet werden muss. Eine derartige Fundierung geht aus dem Schreiben zur Untersagung nicht hervor. Die Hausverwaltung stützt sich lediglich auf die Klausel im Mietvertrag, denn andere Argumente haben sie nicht, da meine süße, ruhige Polly für keinem Mieter im Haus ein Grund zur Beschwerde ist. Vielmehr hingegen die Suffis unter mir, die offenbar nicht einmal dazu in der Lage sind ein Fenster zu öffnen, aber das ist ein anderes Thema.

Fakt ist, dass der gesichtslose Eigentümer widerrechtlich handelt. Laut Buschfunk gab es früher in diesem Eingang einen Hundehalter, der zu selten und überwiegend nur auf dem Hof Gassi war. Zudem fiel er des Öfteren negativ auf, aber ich habe nicht weiter nachgefragt, einerseits weil es mich nicht interessiert und andererseits, weil ich mir nicht gerne anhöre, dass Hunde unter hirnfreie Besitzer leiden müssen. Nichts desto trotz! Ich bin keiner dieser verantwortungslosen Hohlköppe und ich will auch nicht mit irgendwelchen Fremden verglichen werden. Wie auch immer … bei meiner Untersuchung der Lage stieß ich zudem auf einen Beitrag des Rechtsanwaltsbüro Friedrich Ramm. Hier wird unter Anderem erläutert, dass der Vermieter über ein Prüfungsrecht verfügt und stets jeden Fall einzeln zu bewerten hat, andernfalls missachtet er den Gleichbehandlungsgrundsatz und handelt diskriminierend mir gegenüber.

Diese Angelegenheit wird sich (hoffentlich) zu meinen Gunsten klären, andernfalls muss ich auf die Barrikaden gehen, denn dieser Phantomvermieter wird mir nicht auf der Nase umhertanzen und der Verwalter wird mich auch nicht noch einmal hinterfotzig verarschen. Im Web sind ausreichend Fälle gelistet, die Hundeliebhaber lächeln lassen. Zunächst werde ich nächste Woche mit der freundlichen und verständnisvollen Verwalterin telefonieren. Sollte das zu nichts führen, muss ich andere Maßnahmen einleiten, mit voller ADHS-Power!

Fotoalbum: Facefrosting Times

Die kleine Lucie, wie süß sie sich sein kann. Ein paar Flöckchen auf der Nase und der Dackelblick schlechthin. Manchmal ist Madame jedoch eine Diva im Rauhaarkleid. Während Polly alles teilt, herrscht bei Lucie Futterneid, hihi. Der Dackelcharakter, wie er im Buche steht.

Ein Spaziergang mit den Hunden am Katharinengraben. Zwischen Beetzsee und Spargelfelder Scheint das Leben eingefroren, nichts bewegt sich und wartet auf den Frühling … ja, auf den warte auch ich. Zwar hab ich ein Problem mit niedrigen Temperaturen, aber Minusgrade sind oll.

Zu dieser Jahreszeit lässt sich keiner der versnobten Angler blicken. Eigentlich sind diese Tümpel des Beetzsees, Angelteiche für Vereinsmitglieder, die ständig Ihre Styroporschalen liegen lassen. 

Auch am Rande der alten Heerstraße, am anderen Ende der Stadt, lässt Vätchen Frost das Land erstarren. Doch das hält Polly nicht davon ab, ihre pure Lebenfreude zu versprühen, während der faule Dackel kein Bock hat umher zu wandern.


Ob am Strand, im Wald oder auf dem Feld: Polly lässt sich nicht vom Wetter unterkriegen. Immerhin hat sie ein schön dichtes und plüschiges Fell. Meinen Wuff so glücklich zu sehen, obwohl der Frost mir in der Nase weg tut, lässt mich die Kälte glatt vergessen. 


Zwischen dem zugefrorenen Grillendamm und erstarrten Beetzsee, bewegt sich nur der Silokanal. Schließlich fahren dort auch Brecher lang, um die Zufahrt zu den Schleusen frei zu halten. Die Eisschicht ist dick genug, um drüber zu laufen. Mir ist das aber nicht geheuer. Schon unseren guten Slawen wurde das vereiste Havelwasser vor knapp 1.100 Jahren zum Verhängnis. Der, auf der heutigen Dominsel platzierte slawische Burgwall, die Brendanburg wurde 928/929 erobert und fiel somit der Christianisierung zum Opfer. Der letzte Hevellerfürst Pribislaw konvertierte ebenfalls, hoffentlich nicht aus Überzeugung. Er ist das brandenburger Mysterium schlechthin, denn keiner weiß, wo denn die Überreste seiner irdischen Hülle sind. 

Meinem Wetterbericht zufolge, soll der Frost diese Woche noch Enden und Sonne ist auch angesagt. Es wird Zeit die lästigen Winterdepressionen zu vertreiben, um Platz für das Erwachen des Frühlings zu schaffen. 

Fotoalbum: zierliche Pfotenabdrücke

HDer morgendliche Spaziergang verschob sich am Samstag auf den späten Vormittag, aufgrund einiger Sternschnuppenschauer. Mit Stuart und seiner imperialistischen Dackeldame-Eisenherz, auch Lucie genannt, stiefelten wir entlang der frisch gepuderten Gartenpfade. Die matschigen Wege wurden samt Tauwasserpfützen zugedeckt. Im Morgengrauen kehrte Väterchen Frost zurück ließ den Matschboden erstarren und die Schmelzschicht der zarten Schneedecke wurde zum vereisten Schleicher. 

Polly und Lucie strahlten die pure Freude aus, als sie zusammen durch die winterliche Umgebung tapsten. Ich war etwas grackelig auch den Beinen, weil ich durch war, … naja, bin ich immer noch. Die Minimatachgletscher und Eispfützen formten den plattgefahrenen Boden neu, wie eine mikrokosmische Eiszeit. Dieser Gedanke faszinierte mich und mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Amazing …

Als ich wieder plattgefahren Boden unter den Boots hatte, entdeckte ich Vogel – und Rehspuren, wie aufregend. Kaum ein paar Meter weiter, fiel mir der winzig-süße Pfotensatz auf. Alle Viere ordentlich angeordnet. Die Abdrücke hinterließ bestimmt ein putziges Eichhörnchen. Stuart war da anderer Meinung: er denkt, dass die von einem Kanninchen sind. Mh, … dem konnte ich nicht zustimmen. Wir werden sehen …, wenn wir je rausfinden.

Der missratene Mittwoch

Gestern war einfach nur abfuck. Stuart und ich waren vormittags zusammen mit den Hunden draußen. Anschließend wollten wir zu mir, aber dazu musste ich erst den Schlüssel von Sören holen, denn meinen habe ich zu Hause vergessen. Ja! Ich hab mich ausgesperrt. Super Nummer! In meiner alten Wohnung war die Wohnungstür störrisch und verzogen. Um die Wohnungstür von außen schließen zu können, musste ich mit dem Schlüssel den Riegel rein holen. Schlussfolgerung: das Verlassen der Wohnung war ohne Schlüssel nicht möglich! Am Tagesende, nach dem letzten Spaziergang mit Polly, stecke ich den Schlüssel immer von innen rein und drehe ihn rum. Diese Gewohnheit wurde gestern jedoch gelöst. Stuart fuhr mit mir bei Sören ran, dich das hätten wir uns sparen können. Als ich mich aussperrte, steckte der Schlüssel von innen schräg im Schloss und dadurch konnte ich den Zweitschlüssel zar reinstecken, aber nicht umdrehen. Hätte der Schlüssel gerade gesteckt, wäre es kein Problem gewesen. Stuart versuchte sein Glück mit einer Kundenkarte oder sowas, jedoch ohne Erfolg. Ich war schön angekackt von meiner ADHS-typischen Schussligkeit und davon jetzt ein Haufen Kohle für ein Schlüsseldienst bezahlen zu müssen. Den Einsatz eines Schlüsseldienstes habe ich vor einigen Jahren mal miterlebt: es dauerte nicht mal drei Minuten und gekostet hat es 45 €. Ich wollte gar nicht wissen, was es mich jetzt kosten sollte.

Mein Handy ließ ich auch zu Hause liegen, wie auch mein Drehzeug. Polly, die Gassitasche und meine Potte waren alles was ich mit hatte. Stuart googelte dann über sein Smartphone und ließ mich telefonieren. Unser lokaler Schlüsseldienst Michalek schien mir am unkompliziertesten, da die hier so den Markt in Sachen Schlüsselkram anführen. Der Herr am anderen Ende der Leitung sagte, er wäre in 15-20 Minuten da, worauf ich antwortete, dass ich draußen am Eingang auf ihn warte. Wir gingen ein kleine Runde mit den Hunden und belagerten dann den Hauseingang. Der frostige Wind zog durch die Straße, also verkroch ich mich im eingebuchtetem Türrahmen. Wir warteten eine Dreiviertelstunde und keiner kam. Meine Laune war düster und wir gingen vorerst hoch, um uns aufzuwärmen. Meine frierenden Zehen taten schon weh und auch Polly war durchgefroren. Stuart stornierte den Schlüsseldienst telefonisch und bat ein Freund um Hilfe, der da schon Erfahrung hat. Der kam recht zeitnah mit Werkzeug und machte sich als Werk. Erst zog der mit einer Zange den Gummi raus. Dann klingelte es und ich musste runter. Stuart kam mit, weil meine innere Anspannung mich zur Furie mutieren lassen kann. Es war der bereits stornierte Schlüsseldienst, der nach über einer Stunde völlig planlos vor uns stand. Nach kurzem Rumgemoser meinerseits, meldete sich Verzweiflung, also fragte ich hyphotethisch was für Kosten anfallen und er antwortete: „50 €.“ Dann meine Frage nach der Zahlungsmöglichkeit: „Bar oder mit Karte.“ Toll, dachte ich mir. So viel Schotter habe ich nicht da und meine Karte ist bei meinen Eltern. Ich ging wieder hoch, Stuart schickte sie weg und Kutteschürschuh versuchte noch einzubrechen. Nach ungefähr zwanzig Minuten gelung es mit vereinten Männerkraften. Ich war so endlos erleichtert, konnte richtig spüren, wie mir der Stein vom Herzen fiel. 

Es gab ein Happy End, der Tag war für mich trotzdem gelaufen. Schule ließ ich sausen und weiter ausgepackt habe ich auch nicht. Ich lag einfach nur breit auf dem Bett und hab ausgiebig mit Polly gekuschelt. 

Fotoalbum: frostige Impressionen

Der Beetzsee ist weitflächig zugefroren. Väterchen Frost warum Brandenburg und hat für klirrende Kälte gesorgt. Vergangene Woche war die kälteste Nacht des Winters: -10°C zeigte meine Wetterapp. Meine Lippen bestätigten das, denn umso frostiger die Luft, desto trockener sind sie. Der Blistex war die ganze Zeit am Mann.

Die frostige Zeit ist schön anzusehen und besonders abseits der Stadt zeigt der Winter sein Gesicht. Draußen bei Stuart im Garten, kurz vor Mötzow zwischen Spargel- und Maisfelder, ist man mitten in der Natur und am Wasser. Am Strand der Gartensparte, wo neben Stuart Partein überwintern, hat man freien Blick auf den Beetzsee und im umrandenden Waldstück kann man viele Tierspuren entdecken: Rehhufe, von Wildschweinen durchwühlte Stellen und Vogelkrallen. Im Garten selbst habe ich auch Rehhufabdrücke gefunden, auf seiner Jolle waren Eichhörnchentapser und auf der Terasse hinterließ ein Mink seine Spuren. Die Flora wirkt völlig stillgelegt und konserviert.

Heute Nachmittag wanderte ich mit Polly und Lucie ein Stück durch den Gördenwald, während Stuart bei einem Termin war. Dort waren auch viele durchwühlte Stellen. Der Gördensee ist völlig gefroren, liegt völlig still da. Die vierzigminütige Waldwanderung mit den beiden Hundedamen war Urlaub für die Seele: frostigfrische-klare Atemluft, knarrende Bäume, zwitschernde Vögel, gefrorenes Laub raschelt und knistert wenn mein Pollypoop, wie ein Reh sprigend und aufgeregt den Wald erkundet. Eine völlig natürliche Umgebung ohne lästigen Stadtlärm, ohne jegliches Gespamme und ohne nicht-greifbare Gedanken. Ich war im hier und jetzt und nirgendwo anders.


In der Stadt hingegen, hat man dafür umso mehr Sorgen. Durch den wiederholten, wenn auch mickrigen Schneefall und den Minusgraden, wird es glatt. In aller herrgottsfrühe fahren die Streumobile durch die Straßen und schleudern Splitt, Sand oder Salz über die Wege. Die drei goldenen S zur Sekung der Rutschgefahr, wobei eines weniger goldig, als viel mehr fickscheiße ist! Sand und Splitt ok, meist aber nur temporär effektiv. Effizienter hingegen: Salz, genaugenommen Tausalz! Die fluffig eingeschneiten Wege werden festgetrampelt, wieder neu gepudert, windige Minusgrade lassen den Grund und Boden erstarren, Sonnenstrahlen kitzeln die Atmosphäre und die Wege sind glitschig-rutschig, schlicht ideal zum schlittern. Um die Rutschgefahr beschränken, rüsten einige Fußgänger, vermehrt die der Ruhestandgeneration, ihre Schuhe mit Spikes auf und Autorädern verpasst man Wintergummi, behängt sie im Härtefall mit Ketten. Trotzdem kommt die Menschheit nicht klar, drum streut man Salz. Die stets vorhandene Schmelzschicht vermischt sich mit dem Salz, wodurch der Gefrierpunkt des Tauwassers auf -21°C sinkt. Darüber entsteht eine neue Schmelzschicht und der Vorgang wiederholt sich. Physikalisch-chemisch genial, biologisch-buddhistisch eine Qual. Das kleinste Übel zeigt die Aggressivtät dieses Streumittels am Schuhwerk, besonders betroffen sind Wildledertreter. An Autos verursacht es Lackschäden und Rost. Aber was kümmern mich die Äußerlichkeiten von Schuhe und Autos? Polly trägt keine Schuhe oder Wintergumierug, die Hornhaut ihrer Pfotenballen sind ihre Schuhsohle. Als Stadthund sind ihre schneeweißen Pfötchen an Pflastersteine, Asphalt, Gullideckel, Schienen, Gitter, Holzstege, Wiesen, Schotter und Trampelwege angepasst und haben sich seit dem Welpenalter entsprechend robust entwickelt. Doch egal ob empfindliche oder robuste Hornhaut, das Salz frisst sich durch. In meinen Augen wirkt es ätzend. Die Sohlen reißen auf, Hunde erleiden Schmerzen und hinterlassen blutige Abdrücke. Nach jedem Spaziergang durch eine Salzlake dusche ich Pollys Pfoten ab, um ihr Fellprofil auszuwaschen. Aber nicht nur Oberflächennutzer, sondern auch der Boden wird geschädigt. Das Salz, die Chloride stören den Stoffwechselkreislauf im Boden, das Wurzelwachstum wird beeinträchtigt und für die Pflanzen gibt es weniger Nährstoffe, wodurch die Flora sich weniger prachtvoll ausbildet. Die Wasserqualität von Gewässer und Grundwasser verschlechtert sich und Wasseraufnahme der Pflanzen  ist gehemmt. Salz ist der Heuchler unter den drei goldenen S der Streumittel. Der Mensch weiß das, die Schale ist aus Gold, doch der Inhalt ist stinkende Fickscheiße, und trotzdem ist es der Favorit. Ich versteh’s nicht!