Abturn-Ticker: Was für Euphorie

Im Moment würde ich am liebsten auf die Straße rennen und lauthals Freude schöner Götterfunken mit dem Chor von JBO im Hintergrund singen. Klar ich bin voll durch und draußen ist kalt, aber das wäre die einzige Möglichkeit mein Glück zum Ausdruck zu bringen. Das mag an den Drogen liegen oder daran, dass im Moment einfach alles perfekt ist. Ich muss morgen arbeiten, aber ist mir egal. Wär doch gelacht, wenn ich das nicht schaffe. Schließlich muss ich die meiste Zeit eh nur rumsitzen.

Abturn-Ticker: ich feier die Musik weiter

Es geht wieder um den feinen Herr Gatoah… Gerade spielte meine YouTube-Playlist das Lied Namen machen ab. Ich kenne den Song schon eine Weile, doch gerade eben erst ist mir der tiefere Sinn der Refrainzeile bewusst geworden: „Willst du dir ’nen Namen  machen, musst du auf die Straße kacken. Zeig den Leuten mal was in ihnen steckt.“ Eigentlich liegt es klar auf der Hand, dass er damit meint, dass heutzutage viele Menschen einfach kacke innerlich sind.

Der nächste amüsante Punkt wird von SDP präsentiert und nennt sich Tanz aus der Reihe. Da jagt eine Posse die nächste: „Und zum Rauchen geh ich raus, ja genau, seh‘ ich so aus?“ und „ADS, Mittelpunkt: schwer unterfordert!“ 

Ein weiterer Song von SDP nennt sich Hände hoch! Ja, … Der dir einfach cool. 

Ich könnte wahrscheinlich stundenlang meine Lieblingszeilen aus Songs zitieren, doch die Lust auf Musik verzieht sich allmählich. Kein Plan was ich jetzt tun soll…

Abturn-Ticker: ich Feier die Musik 

In der Nacht war ich mit Polly draußen, weil ich ein paar Pokéstops einsammeln wollte. Also lief ich eine mittelgroße Runde mit ihr. Davor schmiss ich eine gelbe Waage nach.


Anschließend legte ich mich wieder zu Sid und habe dieses Gefühl, der nicht vorhandenen Zeit genossen. Das war so kurz nach 3 Uhr, als der zweite Schub wirkte. Als das Augenhacken vorüber war, spielte ich wieder mit meinem Handy rum, was ich bis jetzt tue, bloß dass ich mir Musik dazu angemacht habe. Die Ohrstepsel brüllen mir direkt ins Hirn. 

Alligatoah begeistert mich mit seiner Clique immer wieder. Ich mag diese Wortgewandheit mit einer Nadelpistole voller Spitzen für die Regierung. Wenn Sudden über Pokémonkarten rappt, lässt er natürlich den Player raushängen: „Baby, lass dich gehen, bist neben meiner Glurakkarte die schönste in meinem Leben. Ist doch kein Problem, bezwinge mein Riesenglied und wir machen Liebe zum Pokémon Titellied.“ 

Oder wenn die Bengel von Damals in der Schule erzählen: „Was soll ich denn mit gute Noten, alles was ich will sind gute Drogen“ oder „mach‘ dir keine Sorgen um den rechten Arm, hier bei uns in Brandenburg wächst der nach.“

Um gleich mal bei Kritik über Beschränkte zu bleiben: Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Eines seiner von mir ausgezeichneten Meisterwerke mit Sprüchen wie „Du verpisst dich besser ganz schnell und gehst nach Haus oder meine Nachbarin schickt ihre Schläger raus. Denn im Haus nebenan wohnt Eva Braun. Die sammelt Köpfe von Fremden auf dem Jägerzaun.“ oder „Hier ist die Mauer im Trend, die Sicht ist dauerbeschränkt, denn was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!“, „Fremde nicht mögen ist hier Mannschaftssport […] an diesem herrlichen Ort steht ein Häuschen in Flammen, denn die Ernte verdorrt und ein Säugling erkrankt, denn wir werfen dir vor deine teuflische Hand ist schuld und nicht, DASS HIER JEDER SÄUFT UND NICHTS KANN!“ und „Wo das Kälblein auf der Weide ruht, da sind Bücher nur zum Heizen gut. Wo die Schönheit dieser Schöpfung sprießt, da sitzt die Dummheit in den Köpfen tief!“. Der Song ist einfach genial.

Jetzt werd ich weiterkiffen und mit meinem iPhone spielen. Polly muss erst zur Mittagszeit raus und meinen Termin beim Oralchiruge werde ich per Anruf verschieben, mit der Ausrede Unwohlsein. Hoffentlich ist der nächste Termin nicht erst in zwei Monat. Momentan habe ich eh keine Probleme mit meine Weisheitszähne, bloß dass die zwei meine untere Kauleiste verschieben und das ist uncool ohne Ende…

„She’s got broken things where her heart should be“

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Und jedes Mal, wenn der Song You’re Dead Wrong von Mayday Parade in mein Ohr fließt, spüre ich die Scherben, wie sie sich durch meine Organe fressen, wie.sie sich durch die Membranen ätzen und meine Zellen zersetzen. Aber dazu braucht es nicht einmal Musik… Sid und ich haben vor drei Tagen gestritten, wie auch die Tage davor. Ich konnte einfach nicht mehr, ich hab meinen Verstand verloren. Die Welt dreht sich weiter, aber ich stecke in meinem Sumpf fest. Ich warf vor lauter Wut und Verzweiflung mein geliebtes iPhone mit voller Kraft gegen die Wand, hab umhergeschrien und mir so viele Fragen gestellt, die alle mit „warum“ beginnen und wusste nicht mehr wohin mit mir. Ich ging dann zu Sid, der der Auslöser meiner Wurfaktion war und als ich mich mit ihm unterhielt, trat ich zwei Mal mit voller Wucht gegen ein Backsteinhaus. Der ganze Selbsthass in mir hat mich dazu getrieben. Im selben Augenblick zog mich Sid zu sich und hielt mich, dass ich runter komme. Dann ging alles nur noch mehr den Bach runter. Mit Sid ist soweit alles wieder ok, trotzdem fühle ich mich von dem Unglück verfolgt. Jeden Tag versuche uch neu Fuß zu fassen, doch irgendwas liegt dann wieder im Weg und ich flieg gewaltig auf die Fresse! Rumjammern hilft mir da auch nicht weiter.

Drama in fünf Akten

Da wo ich jetzt stehe ist praktisch nichts. Der Niedergang meiner Welt war absehbar. Mittlerweile hat meine Krise ihren Höhepunkt mit dem apokalyptischen Untergang der alten Welt erreicht und durchläuft nun die Perepetie. Ich stehe inmitten einer eher abstoßenden, als einladenden Einöde und muss akzeptieren, dass ich hier meine neue Welt errichten muss. Beim Anblick des Nichts, wird mir klar wie viel Kraft und Bemühungen in der alten Welt  steckte. Plötzlich war etwas anders, als hätte da jemand rumgewuscht. Schließlich erkannte ich, dass diese Glaubenssätze, gegen die ich mich bereits seit der Exposition wehre, doch die richtigen sind. Alles was ich bis dahin erschuf war falsch und meine Persönlichkeit zerbröckelte zu Staub. Die reinste Heuchlerei. 

Der Schmetterling schlug mit seinen Flügeln und ich erlitt einen äußert verschroben Schicksalsschlag. Es schmerzte, als würde man mir mit bloßer Hand das Herz aus der Brust reißen und auf mein Haupt wirkte ein enormer Druck. An der Stelle setzt das retardierende Moment ein. Mein lädierter Kadaver ist einfach nur da und innerlich bin ich etwas hin- und hergerissen, da ich noch an dem Alten hänge undnoch nicht völlig überzeugt von dem Neuen bin. So wird die Retardation noch ihren Lauf nehmen und zur Konfliktlösung oder Katastrophe führen.

 

Bildquelle
Wahrscheinlich ist es gut so, wie es jetzt ist. Mit meiner beschränkten Einstellung gegenüber Unbekanntem hätte ich nie eine Veränderung gewagt und alles in den Ruin getrieben. Was ich war ist nun nicht mehr. Was jetzt zählt ist wer ich sein will und ich will ein Held sein!