Streitereien auf Schritt und Tritt

Diese ganze Streiterei hat sich scheinbar in einen emotionalen Stellungskrieg verwandelt. Ich hab langsam keine Kraft und keine Nerven mehr dafür. Heute Vormittag habe ich Schluss gemacht, doch er hat gekämpft und ich bin wieder schwach geworden. Ein kleiner Kommentar, eine Ansichtssache meinerseits, hat Sid in Fahrt gebracht und ich bin lange ruhig geblieben und hab wieder wie mit einem Gossengör‘ mit mir reden lassen. Ja, ungefähr so wie bei RTL Hartz-IV TV, genauso so unzivilisiert muss ich in meiner Wohnung mit mir reden lassen und dann wurde mir noch der Weg versperrt. Ich habe keinen Streit herbei beschworen, nein ich wollte ihm nur meine Hilfe anbieten, aber soweit bin ich nicht einmal gekommen, weil Mister Sensibelchen, gleich wieder mit Kraftausdrücken um sich warf. Ich gebe zu, dass ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt habe, aber deswegen muss man nicht gleich wieder „fick dich“ und „verpiss dich doch“ sagen.
Ich will einfach nicht, dass mein Freund mit mir redet, als sei ich seine Nutte. Ich wollte schon vor über einer Woche eine Pause einlegen, aber der Verlust meines geliebten iPhones, mein Hinkefuß und meine abartigen Unterleibsschmerzen gestern, haben mich schwach gemacht. Heute versuche ich den Neustart. Eine kleines Pöllchen habe ich mir noch für heute Abend aufgehoben und dann will ich es vorerst aufs Wochenende beschränken. Ich bin es leid, dass diese Beziehung mich so oft runterzieht und meine Probleme, als lächerlich dargestellt werden. Natürlich will ich mit Sid alt werden, ich will ihn aber nicht nur unter THC-Einfluss ertragen können. Wie gesagt, ich will mich nicht wie seine Nutte fühlen, wenn ich das wollte, dann wäre sicher jemand mit ordentlich Patte an meiner Seite. Ein materielles Flittchen zu sein, verstößt allerdings gegen meine Werte und das ist mir kein Mann der Welt wert.
Mal sehen, ob ich clean immer noch das Leben mit Sid verbringen will oder ob ich meinen Märchenprinz tatsächlich verloren habe. Ich hoffe, ich schaffe es diszipliniert zu bleiben. Zumindest werde ich versuchen mal wieder meine Stärke ans Tageslicht zu bringen und mich nicht ständig unterbuttern zu lassen. Das geht mit nämlich ziemlich gegen den Strich!
So wird man von den Drogen gezeichnet, oder besser gesagt ausradiert, wenn man nicht aufpasst und ich hab aufgehört aufzupassen und mich einfach nur in meiner Graswolke versteckt. So wurde einiges ausradiert, was ich jetzt alles neu zeichnen muss.

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„She’s got broken things where her heart should be“

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Und jedes Mal, wenn der Song You’re Dead Wrong von Mayday Parade in mein Ohr fließt, spüre ich die Scherben, wie sie sich durch meine Organe fressen, wie.sie sich durch die Membranen ätzen und meine Zellen zersetzen. Aber dazu braucht es nicht einmal Musik… Sid und ich haben vor drei Tagen gestritten, wie auch die Tage davor. Ich konnte einfach nicht mehr, ich hab meinen Verstand verloren. Die Welt dreht sich weiter, aber ich stecke in meinem Sumpf fest. Ich warf vor lauter Wut und Verzweiflung mein geliebtes iPhone mit voller Kraft gegen die Wand, hab umhergeschrien und mir so viele Fragen gestellt, die alle mit „warum“ beginnen und wusste nicht mehr wohin mit mir. Ich ging dann zu Sid, der der Auslöser meiner Wurfaktion war und als ich mich mit ihm unterhielt, trat ich zwei Mal mit voller Wucht gegen ein Backsteinhaus. Der ganze Selbsthass in mir hat mich dazu getrieben. Im selben Augenblick zog mich Sid zu sich und hielt mich, dass ich runter komme. Dann ging alles nur noch mehr den Bach runter. Mit Sid ist soweit alles wieder ok, trotzdem fühle ich mich von dem Unglück verfolgt. Jeden Tag versuche uch neu Fuß zu fassen, doch irgendwas liegt dann wieder im Weg und ich flieg gewaltig auf die Fresse! Rumjammern hilft mir da auch nicht weiter.

Zum Kotzen!

Mein Leben gestaltet sich schon wieder so richtig scheiße! Was heißt hier schon wieder, eigentlich immer noch. Von Sid kriege ich jeden Tag zu hören, was ich alles falsch mache und woran ich Schuld bin. Gleichzeitig kriege ich zu hören, wie kacke ich im Großen und Ganzen bin. Mir reicht es langsam. Fast die ganzen zwei Wochen Ferien habe ich depressiv im Bett gelegen und mein Selbstwertgefühl zerstören lassen. Auf einmal bin ich dämlich, behindert, hab ein Spatzenhirn, soll mich ficken, lasse mich nur noch, bin eine Fotze und selbst schuld daran, dass es mir so beschissen geht. Sid regt sich darüber auf, wie ich ihn behandel, dabei behandelt er mich momentan weitaus schlimmer, denn ich beleidige ihn nicht und sobald ich was aus der Vergangenheit anspreche, werde ich angeschrien und kriege gesagt, wir kacke ich in Vergangenheit war und dass ich nicht in der Vergangenheit leben soll, sondern im hier und jetzt. Die ganze Beziehung macht mich unglücklich und zieht mich runter, sogar so sehr, dass der Rest meines Lebens irrelevant scheint, denn bis auf die Beziehung ist mir so ziemlich alles egal. Ich liebe Sid und will nicht, dass unsere Beziehung kaputt geht, aber wenn das so weiter geht, dann gehe ich nur noch mehr kaputt. Letztes Jahr war ich umsiedeln Zeit in der Klinik, mitunter auch wegen Sid. Ich hab mich verändert und bin nicht mehr die, die ich sein will. Meine Motivation ist im Keller und Lust auf die Schule hab ich auch nicht. Mich kotzt einfach alles an!

Der erste Schritt ins Leben

Ich liege nicht mehr im Bett. Heute bin ich aufgestanden, nachdem ich mein letztes Gras weggeraucht habe. Ich muss unbedingt eine Pause machen und meine Persönlichkeit wieder finden. So toll Gras auch ist, aber alles hat seine Schattenseiten. Momentan sind Ferien und dieses Wochenende muss ich auch nicht arbeiten. 

Ich denke, dass jetzt alles in mein Kopf geht, was alles passiert ist und wie es jetzt ist. Mir wurde bewusst, dass Sid nicht mehr der Märchenprinz ist, als der er mal angeritten kam. Jetzt ist er eher ein Macho in BMW. Die Liebe fühlt sich nicht mehr so wundervoll an, wie sie mal war. In den letzten Tagen hat sie mir nur Schmerzen bereitet und jetzt muss es irgendwie weiter gehen. Mir sind Zweifel gekommen, ob Sid der Mann fürs Leben und der Vater meiner Kinder sein soll. Ich bin mir einfach nicht mehr sicher, ob er der Mann fürs Leben ist. Alles was ihn angeht ist jetzt anders und auch noch ein paar andere Dinge. 

Zeiten wie diese lassen mich immer an Franz Kafka denken. Ich fühle mich unter Depressionen besonders verbunden zu ihm und ich muss daran denken wie ich durch die Straßen von Prag lief. Dabei kommt etwas Sehnsucht zur Ferne auf. Ich will hier weg, aber irgendwie auch nicht. Einfach mal weg aus diesem Leben und Urlaub nehmen. 

Im Sumpf 

Ein neuer Tag und das erste was passiert ist, dass ich erstmal los flenne, weil mein Handy gesperrt ist. Scheinbar habe ich schon wieder irgendwelche Rechnungen nicht bezahlt. Ich hab kein Bock mehr, ich will einfach nicht mehr. Ständig fließen mir die Tränen übers Gesicht, weil ich keine Lebensfreude mehr in meinem Leben finden kann. Ich weiß nicht was ich machen soll, außer zu kiffen. Ich hab kein Bock mehr irgendwas zu machen oder gar raus zu gehen. Keine Ahnung wann ich das letzte mal in der Wanne war. Alles geht nur noch den Bach runter und wenn ich nichts dran ändere, wird es auch nicht besser. Aber was soll ich ändern? Ich weiß nicht mal mehr wer ich bin, was meine Persönlichkeit ausmacht. Irgendwie habe ich mich völlig verloren und die Drogen sind nicht ganz unschuldig bei der Sache. Alles was ich will ist im Bett liegen und das Kissen vollheulen. Wie ist das nur passiert, dass ich alles verloren habe? Ich würde zu gerne mit Frau Hegersdorf reden.