Irgendwas hat sich verändert

Mir geht es heute besser, ergo ich musste nicht zur Rentnersammelstelle. Wenn ich da mal Leute sehe, die noch nicht das Entspannungsalter erreicht haben, dann werden die meist von der anderen Allgemeinmedizinerin in der Praxis aufgerufen. Naja egal, immerhin drückt sie mir keine überflüssigen Medikamente auf. Blöd nur, dass sie bald selbst in Rente geht. Wie auch immer …, zwar geht es mir besser, aber nur solange ich nicht rauche. Egal ob Zigarette oder Joint, kurz nachdem ich eine Zug genommen habe, wird meinem Kopf schlecht. Irgendwie wird mir ganz schwummerig hinter den Augen. Dann will ich sie einfach nur zukneifen, denn Licht reizt mich dann sehr. Es fällt mir schwer aufs iPhone zu schauen oder aus dem Fenster. Ich glaube mein Körper will mir sagen, dass ich rauchfrei leben sollte. Zudem habe ich kein wirkliches Verlangen. Heute Vormittag habe ich mir eine Jolle gerollt und bis jetzt habe ich noch nicht mal die Hälfte rauchen können. Ich ziehe nur aus Gewohnheit dran und eine Minute später würde ich mir dafür gerne eine reinhauen, weil meine Augen einen Kotzteiz kriegen. 

Neben den Kopf- und Augenqualen hat sich noch was verändert. Ich träume wieder. Jedoch waren die Träume weniger erträglich. Es liefen Psychothriler, die Elemente aus den Games Call of Duty Black Ops II und The Last of Us hatten und aus der Serie Mr. Robot, sowie dem Film The Purge. Im Ernst, das ist keine coole Kombi für zerfetzende Horrorträume. Dahingegen sind Albträume das reinste Blümchenflücken. Es ist nicht so, dass sie mir Angst einjagen, nein, ich finde es nur skurril. Was soll das? Ich meine, was geht da in mir vor, dass ich von so krankem survival Gemetzel träume?  Eigentlich bin ich der Meinung, dass es mit mir bergauf geht, doch scheinbar lauert in mir eine Menge Wut und Hass. Genau kann ich mich nicht erinnern, aber mir ist klar, dass die Regierung sich gegen das Volk verschworen hat und die übelste Anarchie ausgebrochen ist. Die Träume sind wie eine Serie, jede Nacht eine neue Folge zur DremingPrimeTime. Ich hab mal aufgeschnappt, dass Zocker intensiver träumen, zumindestens sagte das ein Schlafexperte bei Planet Wissen. Mal sehen wie es weiter geht. Bisher hat die Regierung eine Gruppe von mutierten Menschen aus Area 51 infiziert und sie auf die restliche Zivilisation losgelassen und nun müssen alle ums Überleben kämpfen. Nur die stärksten werden es schaffen, dass ist klar. Natürliche Selektion, doch die schwachen Regierenden selbst lassen sich außen vor, denn die sind in Quarantänezonen verbunkert, wodurch die Selektion sabotiert wird. Das ist doch krank, aber leider würde ich das so einigen Staaten zutrauen.

Dass man mehr träumt, wenn man weniger kifft, ist logisch, aber warum habe ich plötzlich eine Abmeigung gegen Gras? Hat der letzte E-Trip irgendwas in meinem Hirn neu verkabelt oder wurden irgendwelche Botenstoffe manipuliert? Keine Ahnung. Die kürzlich vergangenen Ereignisse wirken auf mich suspekt. Oder ich werde verrückt. Ja, vielleicht schmort gerade die Sicherung und bald ist sie völlig durchgebrannt. Mal sehen wie sich alles entwickelt. Trotz den komischen Dingen bin ich zuversichtlich. Wie auch immer das passiert ist, aber scheinbar bin ich stabiler geworden.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlappheit

Seit Samstagabend fühle ich mich krank. Am Sonntag dachte ich noch, dass ich mir eine Grippe eingefangen habe. Für zehn Minuten hatte ich eine Rotznase, aber sonst nichts. Kein Fieber, kein Husten, keine Kotze. Jedoch wird mir ständig übel: wenn ich mich bewege, wenn es zu laut ist, wenn ich am Joint ziehe, wenn ich an der Zigarette ziehe, aber nicht wenn ich was esse. Das löst einen kurzzeitigen Schweißausbruch aus. Zudem kommen Kopfschmerzen inklusive Schwindel und leichtes Schwarzwerden vor den Augen, so als würde man gleich abklappen. Das ist so ekelhaft und ätzend. 

Ich hab verschiedene Theorien was es sein könnte. Entweder war was mit den blauen Diamanten nicht ok, die ich am Samstag schmiss (wovon ich nicht mal was gemerkt habe) oder es liegt an der Meeresfrüchtepizza, die ich Montag mit Sören gegessen habe. Doch ignoriert nicht schlecht geworden. Es ist jetzt der vierte Tag, an dem ich mich wie ein Häufchen Elend und mein Gewissen zwingt mich morgen zum Arzt zu gehen, sollte es nicht besser werden. Ich will da zwar nicht hin, aber was ist wenn da was Übles im Gange ist. 

Diese Gefühl namens Kotzübel kommt immer in Schüben und bleibt manchmal einfach da. Es geht mir immer nur kurz gut. Dann will ich was essen oder auf den Pott gehen und kurz darauf geht’s mir wieder elendig. Es ist nichts schlimm, dass mir vom Rauchen noch schlechter wird, denn ich hab nicht groß Bedarf irgendwas zu rauchen. Alles was ich will ist diese kacke wegschlafen, aber ich bin nicht müde genug, um zwanzig Stunden am Tag zu schlafen. Ich weiß ja nicht mal, ob ich wirklich krank bin oder es irgendwas anderes ist. Sicher bin ich mir nicht, aber ich glaube ich hab Hunger. Wenn ich esse, schaffe ich gerade mal zwei-drei Happen und schon zwingt es mich wieder ins Bett. Egal was ich mache, ich kacke ab. Es war schon eine Herkulesaufgabe mit Polly spazieren zu gehen. Und dass ich pupsen muss, merke ich daran, dass sich Schmerzen im Unterbauch ausbreiten. Echt toll meine Sommerferien mit Regenwetter und Krankheit. 

Zumindest kann ich mich auf Sid freuen. Nachdem wir gestern ein riesigen Streit hatten, will er heute für mich da sein und sich um mich kümmern. Darauf freue ich mich sehr. Noch mehr würde ich mich darüber freuen, wenn er gleich ein Arzt mit bringt, dass ich morgen nicht in meine Rentnerpraxis muss. In diesem Zustand habe ich keine Lust mich stundenlang im Wartezimmer zu krümmen.

ADHS- Alltäglich dramatisch hohes Stresslevel

Gestern war ein überaus abwechslungsreicher Tag. Alles war cool, denn endlich läuft alles in die richtige Richtung, so wie ich es mir immer gewünscht habe. Doch dann habe ich mich auf die Waage gestellt und alles brach zusammen. Auf der Anzeige waren 41,5 Kilogramm zu sehen, als ich drauf stand. Das sind auf 162 Zentimeter zehn Kilogramm zu wenig und wahnsinnig beunruhigend. Von jetzt auf gleich war ich in Verzweiflung gefangen und die Tränen liefen ohne, dass ich das wirklich bemerkte. Ich war allein mit Polly zu Hause und wusste nicht wohin mit mir. Zuerst versuchte ich Frau Hegersdorf zu erreichen, jedoch vergebens. Anschließend habe ich versucht Frau Hannemann zu erreichen, denn auch wenn sie manchmal eine doofe Deutschlehrerin ist, ist sie auch meine Freundin und für mich da wenn es drauf ankommt, doch auch sie war nicht erreichbar. Danach rief ich Sid an, was ein Fehler war, denn der zog mich mit seinen Ratschlägen in dieser labilen Situation nur noch mehr runter. Letztlich telefonierte ich mit meiner Mutter und bat sie darum mich heute von Arzt abzuholen. Sie war zwar auf Arbeit, aber ich konnte ihr kurz mein Elend mitteilen. Warum genau ich meine Mitter darum gebeten habe weiß ich nicht. Wahrscheinlich weil ich mich immer noch nach der mütterlichen Liebe sehne, die mir zu lange Zeit gefehlt hat. Nach diesem Telefonat war ich kurz erleichtert, aber dann auch gleich wieder aufgewühlt, denn mir wurde bewusst, dass ich gestern noch eine Matheklausur schreiben musste. 

Bis ich in der Schule ankam konnte ich nicht aufhören zu weinen, daher bin ich auch einen anderen Weg zur Schule gefahren. Einer der weniger befahren und belaufen ist. Ich setzte mich in der Raum und wartete ab. Wir hatten vier Unterrichtsstunden Zeit zum rechnen. Frau Hannemann schreib mir zurück, dass sie in der dritten und vierten Unterricht hatte und ich davor oder danach gerne zu ihr kommen könne. Ich wurde zum Ende der zweiten Stunde fertig und traf sie noch kurz an. Als ich ihr kurz meine Lage schilderte war ich den Tränen wieder nah, doch sie hat mich gestärkt und etwas aufgemuntert, auch wenn es nicht lang anhielt, aber nach der Schule rief sie mich nochmal an. Doch bevor ich wieder mit ihr reden konnte und ihre beruhigenden Worte meine Seele streichelten, musste ich mich noch mit Sid auseinandersetzen. Als ich zu Hause ankam, setze ich mich aufs Bett und starrte den ausgeschalteten Fernseher an. Kurz darauf kam Sid mit Polly wieder und es dauerte nicht lange bis die Situation wieder eskalierte. Ich saß bereits mit einem Riesen Problem zu Hause und dann kommt er und macht nur noch mehr Probleme. Völlig rücksichtslos und eingenommen von sich selbst. Als es mir zu viel wurde ging ich kurzerhand zu Sören rüber, um mich anzulenken und zu beruhigen. Das lief auch ganz gut, aber Sören ist auch derjenige, der am besten mit mir umgehen kann und versteht wie ich mich fühle. 

Zurück zu Hause. Alles ist wieder eskaliert und Sid hat mir weiter gemacht. Ich weiß, dass er auch ADS hat, aber das rechtfertig nicht die Worte, die er zu mir gesagt hat. Alles im allem haben wir uns vertragen, auch wenn ich es mir für seinen Seelenfrieden und meine Ruhe getan habe. Zufrieden bin ich damit nicht, aber er ist es und ich muss nicht weiter rum diskutieren.

Schlaflos wegen Rotze & Co

Es ist um halb drei in der Früh am Tag der deutschen Einheit. Auf den Straßen ist es überraschend ruhig und das liegt wohl daran, dass viele krank im Bett liegen. Ich zähle nicht dazu, denn gerade ließ ich mir  heißes Wasser mit Erkältungsbad ein. Mir geht’s elendig. Im Laufe des gestrigen Tages breitete sich die Brut des Bösen in mir aus. Nach meinem Termin bei Frau Hegersdorf kam der erste kurze Kopfschmerz, was mich verwirrte, denn es gab kein Grund für Kopfschmerzen. Es passiert äußerst selten, dass mich Kopfschmerzen plagen und dann liegt es entweder am Sauerstoffmangel oder Wut. Der Termin ist nicht dafür verantwortlich, denn da lief alles prima, dass ich wie immer mit einem Lächeln den Schutz des Asklepios verließ. Allerdings war dieser kurze Kopfschmerz bis zur Straßenbahnhaltestelle wieder verflogen und dann war eine Weile Ruhe. Zur frühen Abendstunde würde es jedoch im Minutentakt schlimmer. In den ersten Stunden schlich es nur und dann ging es im Eiltempo weiter. Erst musste ich öfters husten, dann war meine Nase zu, weiterhin machten sich meine, noch vom Zahnfleisch bedeckten Weisheitszähne bemerkbar und schließlich begann mein Schädel an immer mehr Stellen zu schmerzen. Angefangen an den Seiten, wie gewohnt, doch mittlerweile habe ich sie auch hinten, da wo der Kopf am Hals befestigt ist. 

Das Spielchen mit den Weisheitszähnen kenne ich schon und ich dachte, ich verrecke. Das war Anfang des Jahres und ich lag drei Tage flach. Fieber, Kopfweh, pickelig-stechende Zunge, dicke offene Unterlippe und allgemeine Schwäche inklusive Kieferschmerzen. So schlimm ist es heute nicht, dafür aber mit Grippe im Gepäck. Kurz nach halb neun ging ich ins Bett und wickelte mich in meine Decke. Seitdem versuche ich auch einzuschlafen, jedoch erfolglos. Am bequemsten liege ich auf der Seite mit angewinkelten Beinen, so huste ich auch nicht viel. Leider dreht sich die Schwerkraft nicht mit, was zur Folge hat, dass mir die Rotze aus der Nase läuft, dann muss ich mich hinsetzen und die Nase schnauben. Weniger bequem, aber immer noch akzeptabel ist es für mich auf dem Rücken zu liegen. So fließt die Rotze nicht raus und ich muss nicht schnauben. Allerdings ist die Nase dann zu, weswegen ich durch den Mund atmen muss und das führt wiederum dazu, dass ich ständig husten muss. Es ist ätzend, wirklich ätzend. Mir tun sogar schon die tränenden Augen weh. Ich will nur schlafen und bin müde genug um gleich weg zu sein, aber wenn es weder die Rotze, noch der Husten ist, dann ist es der Kopf oder Kiefer. Erst wollte ichkurz mit Polly an die frische Luft und Eine rauchen, aber Sid empfohlen mir eher das Erkältungs-Eukalyptusbad. Und da bin ich jetzt und werde noch etwas hier schmoren, in der Hoffnung anschließend einschlafen zu können.