Das Wunderheilmittel: Toast

Sonntagabend und meine Grippe scheint schon fast von Dannen gezogen zu sein. Dabei hat der Tag weniger schön angefangen. Gestern habe ich dennganzen Tag auf der Couch verbracht und war nur spät abends kurz mit Polly unten. Ich halte nicht viel von der Pharmamafia und ihre Produkte, aber es gibt ein paar Medikamente mit denen ich mich abfinden kann. Dazu gehört GeloProsed, wovon ich eine Pulverpäckchen genommen habe. Das hat auch schon gereicht, denn heute früh wurde ich wach und mir ging es fantastisch im Gegensatz zum Vortag. Ich stand auf, ging eine große Runde mit Polly und zum Bäcker, kam nach Hause, habe abgewaschen und neuen Tee gekocht, die Streusel- und Quarkschnecke klein geschnitten und wollte mit Sid frühstücken. Als ich Teller und Teekanne abstellte bekam ich plötzlich tierischen Durst. Der Tee war noch kochend heiß und nicht geeignet zum Durst stillen, aber unterm Tisch stand noch eine Orangenbrause. Das war die Erlösung, doch drei Minuten später kam sie postwendend wieder raus und verursachte unangenehme Magenschmerzen. Kurz darauf habe ich weißen Schaum erbrochen und mit Krämpfen gekämpft. Durst hatte ich dann wieder, trank aber nur Wasser. Doch auch das kam kurz darauf und weiß gefärbt wieder hoch. Das ging ungefähr vier Stunden so und ich habe mir gewünscht meine Psychologin da zu haben. Keine Ahnung warum ausgerechnet sie, wahrscheinlich weil ich mich bei ihr so gut aufgehoben fühle und sie wirklich ein herzensguter Mensch ist. 

Zwischendurch googlete ich was es mit weißem Erbrochenen auf sich hat. Grün, matschfarben und sowas kannte ich schon, aber zu weiß-schaumig fiel mir nur Tollwut ein. Ich fand raus, dass es sich um Magensäure handelt. Das passiert wenn der Magen leer ist. Kein Wunder, am Vortag habe ich auch nur ein paar Mini-Bratwürste gegessen, denn ich hatte absolut kein Hunger. Außerdem habe ich mit meiner Mutter telefoniert, die mir das GeloProsed vorbei brachte und mir empfohlen trockenes Toast zu essen, denn Zwieback hatte ich nicht und Rewe hat sonntags nicht offen. Die erste Scheibe habe ich langsam abgeknabbert und die zweite aß ich in kleinen Happen. Und schwups! Plötzlich war ich wie ausgewechselt und mir ging es prächtig. Sid und ich gingen eine große Runde mit Polly und freuten uns über meine Genesung. Außerdem hat sich mein Göttergatte exzellent um mich gekümmert. Alles ist wieder im Lot und wir haben den vierten Tag ohne Gras nun fast hinter uns. Soweit läuft das doch ganz gut. Hoffentlich hält das noch eine Weile so an.

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Schlaflos wegen Rotze & Co

Es ist um halb drei in der Früh am Tag der deutschen Einheit. Auf den Straßen ist es überraschend ruhig und das liegt wohl daran, dass viele krank im Bett liegen. Ich zähle nicht dazu, denn gerade ließ ich mir  heißes Wasser mit Erkältungsbad ein. Mir geht’s elendig. Im Laufe des gestrigen Tages breitete sich die Brut des Bösen in mir aus. Nach meinem Termin bei Frau Hegersdorf kam der erste kurze Kopfschmerz, was mich verwirrte, denn es gab kein Grund für Kopfschmerzen. Es passiert äußerst selten, dass mich Kopfschmerzen plagen und dann liegt es entweder am Sauerstoffmangel oder Wut. Der Termin ist nicht dafür verantwortlich, denn da lief alles prima, dass ich wie immer mit einem Lächeln den Schutz des Asklepios verließ. Allerdings war dieser kurze Kopfschmerz bis zur Straßenbahnhaltestelle wieder verflogen und dann war eine Weile Ruhe. Zur frühen Abendstunde würde es jedoch im Minutentakt schlimmer. In den ersten Stunden schlich es nur und dann ging es im Eiltempo weiter. Erst musste ich öfters husten, dann war meine Nase zu, weiterhin machten sich meine, noch vom Zahnfleisch bedeckten Weisheitszähne bemerkbar und schließlich begann mein Schädel an immer mehr Stellen zu schmerzen. Angefangen an den Seiten, wie gewohnt, doch mittlerweile habe ich sie auch hinten, da wo der Kopf am Hals befestigt ist. 

Das Spielchen mit den Weisheitszähnen kenne ich schon und ich dachte, ich verrecke. Das war Anfang des Jahres und ich lag drei Tage flach. Fieber, Kopfweh, pickelig-stechende Zunge, dicke offene Unterlippe und allgemeine Schwäche inklusive Kieferschmerzen. So schlimm ist es heute nicht, dafür aber mit Grippe im Gepäck. Kurz nach halb neun ging ich ins Bett und wickelte mich in meine Decke. Seitdem versuche ich auch einzuschlafen, jedoch erfolglos. Am bequemsten liege ich auf der Seite mit angewinkelten Beinen, so huste ich auch nicht viel. Leider dreht sich die Schwerkraft nicht mit, was zur Folge hat, dass mir die Rotze aus der Nase läuft, dann muss ich mich hinsetzen und die Nase schnauben. Weniger bequem, aber immer noch akzeptabel ist es für mich auf dem Rücken zu liegen. So fließt die Rotze nicht raus und ich muss nicht schnauben. Allerdings ist die Nase dann zu, weswegen ich durch den Mund atmen muss und das führt wiederum dazu, dass ich ständig husten muss. Es ist ätzend, wirklich ätzend. Mir tun sogar schon die tränenden Augen weh. Ich will nur schlafen und bin müde genug um gleich weg zu sein, aber wenn es weder die Rotze, noch der Husten ist, dann ist es der Kopf oder Kiefer. Erst wollte ichkurz mit Polly an die frische Luft und Eine rauchen, aber Sid empfohlen mir eher das Erkältungs-Eukalyptusbad. Und da bin ich jetzt und werde noch etwas hier schmoren, in der Hoffnung anschließend einschlafen zu können. 

Tag zwei Grasfrei

Gestern haben Sid und ich nicht gekifft. Den ersten Tag haben wir geschafft. Heute huste ich schon den ganzen Tag grüne Schleimbrocken hoch. Das ist ekelig und kratzt im Hals. Die Halsschmerzen sind allerdings zurück gegangen. Gleich habe ich den nächsten Termin bei Frau Hegersdorf. Sonst fährt Stuart immer mit mir, dass Polly mit seiner Dackeldame spielen kann, aber heute lasse ich Polly bei Ranger und Sören. Bislang habe ich noch kein starkes Verlangen danach zu kiffen, was mich selbst überrascht. Dafür habe ich immer mehr Lust auf Speed, aber bevor ich nicht wieder mindestens 45 Kg wiege kann ich nicht ziehen. Das führt nur wieder dazu, dass ich meine Galle auskotzen muss und das ist weitaus ekelhafter, als Schleimbrocken. Heute werde ich auch stark bleiben und dem Heiligen Gral widerstehen.