Hundehaltung unerwünscht – aber nicht mit mir!

Ende letzter Woche traf ich eine Nachbarin aus dem Erdgeschoss unten vor der Tür. Sie wollte mir von der Situation der anderen Mieterin auf ihrer Etage berichten, die sich demnächst einen Welpen zulegen wollte. Allerdings wurde ihr die Anschaffung von der Hausverwaltung ohne Weiteres untersagt. Das hat mich erstmal überrascht und ich kann mir denken, dass sie sich unfair behandelt fühlt, da ich schließlich auch einen Hund habe. Zunächst habe ich mir nichts weiter dabei gedacht, bis ich gestern ein Schreiben der Verwaltung im Briefkasten fand. Drinnen steht, dass mir die Hundehaltung untersagt wird und ich bis Ende des Monats Zeit habe Polly aus der Wohnung zu schaffen. Weiterhin wurde ich darauf hingewiesen, dass ich mir nicht die Zustimmung des Vermieters eingeholt habe, wie es im Mietvertrag vermerkt ist. Das ist so nicht ganz richtig, also habe ich versucht meinen Ansprechpartner von der Verwaltung, Herr Böllke anzurufen. Ich konnte ihn nicht erreichen, dafür jedoch seine Kollegin im Büro. Wir kamen bezüglich der Situation ins Gespräch und was mir da zu Ohren kam, war weniger erfreulich.

Als meine Mutter mit mir Ende letzten Jahres eine neue Wohnung suchte, hat sie diese in der Zeitung gefunden und gleich angerufen. Sie hat direkt erwähnt, dass ich einen kleinen Hund habe und daraufhin sagte der Herr Böllke, ich solle Polly mit zur Besichtigung bringen. Folglich sind meine Mutter, Polly und ich bei der Besichtigung erschienen und es gab auch keine Einwände wegen meinem kleinen Vierbeiner. Ein paar Tage später erschienen wir erneut hier zusammen mit meinem Stiefvater und ich unterschrieb den Mietvertrag, sowie die Hausordnung. Es gab zu dem Zeitpunkt keine Probleme was die Hundehaltung betrifft und der Hausverwalter verlor auch kein weiteres Wort dazu. Nun wohne ich hier seit sieben Monate und bekomme eine Mitteilung darüber, dass die Verwaltung nichts von Polly wusste und die Haltung untersagt wird. Beim Telefonat mit seiner Kollegin stellte sich heraus, dass Herr Böllke die Information zur Tierhaltung nicht weitergegeben hat und sich auch ahnungslos gab. Mir wurde gesagt, er wüsste nichts davon, dass ich mit Hund eingezogen bin. Ich fing innerlich an zu kochen, aber könnte ruhig bleiben, da die Verwalterin sehr freundlich und entgegenkommend war. Sie wird das Thema nun noch einmal anschneiden gegenüber dem Eigentümer und ich soll mich Ende des Monats nochmal melden. Es hat mich durchaus empört, dass der mir gegenüber kompetente Herr Böllke sich hinterrücks so mies verhält.

Im Mietvertrag ist ein Abschnitt zur Tierhaltung formuliert: "Jede Tierhaltung, mit Ausnahme von Kleintieren, wie z. B. Zierfische, Ziervögel, Hamster, bedarf der Zustimmung des Vermieters. […] Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern, wenn eine Gefährdung oder Belästigung durch das Tier nicht völlig auszuschließen ist. […]". Diese Klausel erwähnt nicht, in welcher Form die Zustimmung eingeholt werden muss, nur, dass eine Zustimmung widerrufen werden kann und der Mieter für jegliche Schäden zu haften hat. So! Der Verwalter hat meiner Mutter und mir gegenüber der Hundehaltung mündlich zugestimmt. Zwar hat mir seine nette Kollegin heute gesagt, dass er dazu nicht befugt ist, sondern der unbekannte Eigentümer, aber woher sollte ich das zu diesem Zeitpunkt wissen? Bis heute weiß ich nicht wer der Eigentümer des Hauses ist, denn im Mietvertrag steht die Hausverwaltung als Vermieter, die nach ihrer Klausel auch diejenigen sind, die entscheiden.

Nach dem Telefonat habe ich mich an Stuart gewandt, der mir auch direkt weiter helfen konnte und sogar ein Schreiben fertig gemacht hat. Das habe ich mir später durchgelesen und selbst auch noch recherchiert. Im Mietrechtslexikon fand ich einen Artikel zum Zustimmungsvorbehalt, der besagt, dass ein Schriftformerfordernis unwirksam ist und demnach eine mündliche Zustimmung ausreichend ist. Weiterhin konnte ich im Bußgeldkatalog 2017 für Tierschutz erlesen, dass nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2013 (Az., VIII ZR 168/12) eine Untersagung der Katzen- und Hundehaltung nichtig ist, da der Mieter dadurch unangemessen benachteiligt wird. Außerdem wird hier explizit erwähnt, dass ein Verbot triftig begründet werden muss. Eine derartige Fundierung geht aus dem Schreiben zur Untersagung nicht hervor. Die Hausverwaltung stützt sich lediglich auf die Klausel im Mietvertrag, denn andere Argumente haben sie nicht, da meine süße, ruhige Polly für keinem Mieter im Haus ein Grund zur Beschwerde ist. Vielmehr hingegen die Suffis unter mir, die offenbar nicht einmal dazu in der Lage sind ein Fenster zu öffnen, aber das ist ein anderes Thema.

Fakt ist, dass der gesichtslose Eigentümer widerrechtlich handelt. Laut Buschfunk gab es früher in diesem Eingang einen Hundehalter, der zu selten und überwiegend nur auf dem Hof Gassi war. Zudem fiel er des Öfteren negativ auf, aber ich habe nicht weiter nachgefragt, einerseits weil es mich nicht interessiert und andererseits, weil ich mir nicht gerne anhöre, dass Hunde unter hirnfreie Besitzer leiden müssen. Nichts desto trotz! Ich bin keiner dieser verantwortungslosen Hohlköppe und ich will auch nicht mit irgendwelchen Fremden verglichen werden. Wie auch immer … bei meiner Untersuchung der Lage stieß ich zudem auf einen Beitrag des Rechtsanwaltsbüro Friedrich Ramm. Hier wird unter Anderem erläutert, dass der Vermieter über ein Prüfungsrecht verfügt und stets jeden Fall einzeln zu bewerten hat, andernfalls missachtet er den Gleichbehandlungsgrundsatz und handelt diskriminierend mir gegenüber.

Diese Angelegenheit wird sich (hoffentlich) zu meinen Gunsten klären, andernfalls muss ich auf die Barrikaden gehen, denn dieser Phantomvermieter wird mir nicht auf der Nase umhertanzen und der Verwalter wird mich auch nicht noch einmal hinterfotzig verarschen. Im Web sind ausreichend Fälle gelistet, die Hundeliebhaber lächeln lassen. Zunächst werde ich nächste Woche mit der freundlichen und verständnisvollen Verwalterin telefonieren. Sollte das zu nichts führen, muss ich andere Maßnahmen einleiten, mit voller ADHS-Power!

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Die aktuelle Lage

In letzter Zeit habe ich nichts von mir hören lassen. Nun ja, in erster Linie war ich faul, aber es ist auch eine Zeit der Veränderung angebrochen. Die Schulzeit ist nun so gut wie vorbei und ich muss beruflich einen neuen Weg einschlagen. Damit habe ich so meine Differenzen, aber davon werde ich mich nicht beirren lassen. 

Meinen Kabelanschluss habe ich gekündigt, ein Grund dafür war die Werbung, ein weiterer das Programm und das ganze Elend. Wenn ich mir die Nachrichten angesehen habe, hat mich das aufgeregt. Jedes Mal wieder, habe ich gesehen, wie krank der menschliche Geist ist, wie verseucht unsere Art ist. Selbst wenn ich den Newsticker auf meinem Handy durchlese, könnte ich in Flammen aufgehen. Fast bin ich in Depressionen versunken, doch mir blieb stets der Buddhismus, der in mir die Hoffnung am Leben hält, dass das Leben auf diesem Planeten noch eine Zukunft hat. Die Seele des Menschen wird von Geld, Gier und Macht kontrolliert. Ganze Völker lassen sich manipulieren und lenken. Sie vergessen selbst zu denken und halten sich an Maßstäben anderer fest. Sie vertrauen blind in ihre Regierung, obwohl diese nicht mehr im Sinne des Volkes handelt. Meere, Böden und die Atmosphäre werde rücksichtslos verseucht, ganze Arten werden ausgerottet, nur weil wir immer alles haben und davon nicht genug kriegt. Verzicht scheint mittlerweile ein Fremdwort zu sein. Für die Konsequenzen will niemand die Verantwortung tragen. Egoistisches Handeln ist allgegenwärtig, ob in der Fußgängerzone oder der Unwelt. Luxus und Bequemlichkeit sind vom höheren Wert, als die Gesundheit unserer Umwelt. 

Die Menschheit hat ein hässliches Gesicht bekommen und rühmt sich als Home sapiens sapiens, dabei gehört eine Vielzahl eher zu der Gattung Homo spastiens. Dieser Welt fehlt Toleranz und Rücksicht! Pharmakonzerne und Rüstungsindustrie beherrschen die Welt und werden sie in ein verseuchtes Land verwandeln. Der Mensch wird für sein Ende selbst verantwortlich sein, das ist für mich die realistischste Katastrophentheorie. Ich weiß nicht, wer diese These aufgestellt hat, aber ich stimme dieser Person zu. 

Wo liegt der Sinn des Lebens? Diese Frage habe sich schon unzählige Philosophen und andere Denker gestellt. Meine Antwort lautet, dass man seinem Leben einen Sinn geben muss und nicht einfach darauf warten sollte, dass es einem in den Schoß fällt. Wenn man was will, muss man auch was dafür tun. Ich werde mein Leben mit Sinn erfüllen, in dem ich für die Natur kämpfe und mein Wissen an die nächste Generation weiter zu geben. Ich möchte mein ADHS besser verstehen, um es anderen leichter zu machen und ich möchte den Menschen zeigen, bei Problemen die Dinge objektiv zu betrachten, dass sie einander besser verstehen können. Besonders als Elternteil, Lehrer, Erzieher und andere Art von Bezugsperson ist es wichtig. Missverständnisse führen oft zu negativen Auseinandersetzungen. Kinder brauchen eine beständige Bezugsperson, mit der sie auch über Fehler reden können ohne verurteilt oder bestraft zu werden. Immerhin sind wir die Großen, von denen die Kinder alles lernen und wenn man es ihnen nicht besser bei bringt, liegt der Fehler bei uns und nicht den Kindern. 

Arbeits- und Privatperson

Mir ist aufgefallen, dass die Arbeitergesellschaft immer weniger darauf achtet, wie jeder einzelne den Betrieb repräsentiert. Greifbarstes Beispiel: die Angestellten im Supermarkt. In der neunten Klasse musste ich ein dreiwöchiges Schülerpraktikum machen und hatte absolut kein Plan. Kurz vor Peng entschloß ich bei MiniMal nachzufragen, was damals nur wenige Meter von zu Hause entfernt war. Da bekam ich ein recht guten Einblick und lernte die Arbeitsanforderungen bzw. -aufgaben kennen. Wenn ich mit Warenrollis durch den Markt musste, dann im Rückwärtsgang mit Schulterblick aufs Geschehen, um keine Kunden zu belästigen. Beim Abstellen sollte ich darauf achten, möglichst keine Gänge zu versperren und die Waren nicht zu verbauen. Neben den Belehrungen zur Arbeitssicherheit und ein Grundkurs im Umgang mit der Ware, erklärte man mir auch, dass beim Kundenkontakt eine freundliche Atmosphäre herrschen sollte. Für mich heißt das: einfach mal lächeln und den Kunden seine Aufmerksamkeit schenken. 

Heute ist MiniMal, nicht mehr MiniMal, sondern Rewe und Rewe ist heute nicht mehr da wohl es mal war, sondern gute 200 Meter nordöstlich die Straße runter. Es ist nicht mal mehr eine Hand voll der Leute da, die im Praktikum meine Kollegen waren. Aber bei den alteingesessenen Hasen ist noch deutlich der Arbeitsmaßstab erkennbar, der mir, vor fast genau elf Jahren vermittelt wurde: der Kunde ist der Mittelpunkt der ganzen Supermarktgeschichte. Für die Einkäufer werden die Regale bestückt, Angebote ausgeschrieben und Waren abkassiert. Jeder Angestellter im Markt, ob Kassiererin, Warenpacker oder Thekenbraut, alle repräsentieren den Betrieb mit ihrem Auftreten und ihrer Arbeitsqualität. 

Gegenwärtig scheint dieser Arbeitsmaßstab, kein Maßstab mehr zu sein. Egal ob ich bei Rewe oder irgendeinem Discounter einkaufen gehe, die Vielzahl der Angestellten sind beschissene Repräsentanten und achten immer weniger auf den Einkaufskomfort der Kunden, die letztenendes den Lohn finanzieren. Meist sieht man nur Gesichter, die eine Fresse ziehen und dabei zornig-gestresst blicken. Sie strahlen stetiges Angekotztsein aus und behandeln die Kundschaft nicht einmal halbherzig. Spricht man ein Mitarbeiter an, der bspw. Regale einräumt, kommt weder ein Begrüßung, noch die volle Aufmerksamkeit, ja oftmals nicht mal ein Blickkontakt. Manche unterbrechen kurz und wenden sich entnervt stöhnend dem Einkäufe und andere drehen sich nicht mal für die Antwort um. Beim rangieren der vollen Paletten oder Rollis, wird einfach drauf zu gehalten und anstatt auf die Kunden zu achten, müssen die Kunden auf den Service achten. Die Warenladung wird dann einfach abgestellt, ohne groß auf die umliegende Produkterreichbarkeit zu achten. Freilaufende Mitarbeiter flüchten auch vor den Kunden, laufen zügig durch die Gänge und vermeiden Blickkontakt. Innerbetriebliche Diskussionen, Rumgemeckter über die Arbeitszustände und persönliche Zickerein werden auch nicht mehr im Personalbereich ausgekaspert. Arbeiter im Zweierteam unterhalten sich auch oft und wenn dann ein Kunde kommt, muss der bis zur nächsten Sprechpause warten. Wie man sich da fühlt? Meinereiner kommt sich dann unerwünscht und störend vor. 

An der Kasse trifft man schon eher etwas Freundlichkeit: Begrüßung, Zahlungsdialog und Abschiedfloskeln, die verbalen Höflichkeiten, die auch mal ein Lächeln tragen. Doch im allgemeinen ist ein Dreiviertel des Supermarktpersonal negativ verseucht. Generell wird viel zu viel über die Arbeit an sich gemeckert, überall wird rumgejammert und sich beschwert. Deutschland du machst depressiv. Die Menschen freuen sich, wenn sie sich aufregen können, zeigen mit dem Finger auf die Fehler andere, wollen eigene jedoch vertuschen und verleugnen. Stellt man den Schuldigen dann zur Rede, kommt nur noch selten eine Entschuldigung, Einsicht oder ein Besserungsversprechen zurück. Widerworte sind schwer im Trend. Kaum einer steht zu seinen Negativitäten und Fehltritten, man will nur gut da stehen. Der tatsächliche Schuldige rechtfertigt sich zur Anklage und erklärt das Geschehene, wobei letztenendes die Ursache des Fehlers durch Dritte oder kuriose Umstände liegt. Dabei wird verschönigt, verheimlicht, gedreht und gelogen. Alles falsche Bubifratzen, deren Arbeitsleistung immer minderwertiger wird. 

Äußert man als Verbraucher negative Kritik an den Dienstleister, wird man oft nicht vollständig angehört, scheinheilig nickend abgewimmelt oder erhält spitzzüngige Gegenworte. Gestern erst live miterlebt, als ich den Service vom Schlüsseldienst benötigte. Nummer vom Notfalldienst gewählt, Zuständiger antwortete: „Michalek, Notfalldienst“. Keine Begrüßung, keine Ahnung mit wem ich rede und kein überflüssiges Wort. Anschrift, sowie Hintername wurden erfragt und eine zwanzigminüte Wartezeit angekündigt. Wie schon erzählt, kamen die Außendienstmitarbeiter erst nach einer Stunde. Die zwei Anwesenden wussten jedoch nicht, dass wir bereits so lange warten und den Auftrag bereits telefonisch storniert haben. Nachdem ich die Lage meckernd schilderte, fing einer gleich an zu erklären, dass der Kollegen in Brielow ist und gerade erst mit dem Auftrag anrief, er könne also nichts für den Patzer. Der Angestellte schien so, als fühlt er sich persönlich angegriffen und wies nur die Schuld von sich. Der Betrieb dahinter wird ignoriert, somit auch deren Ruf und Qualität der Mundpropaganda. Meine Unzufriedenheit wird mit Kommunikationslöcher oder fehlerhafter Zusammenarbeit abgespeist, was mich kein Stück tangiert. Unter stiller Anwesenheit des Firmenchefs, hätte er garantiert kompetenter gehandelt: den zurecht verärgerten Kunden anhören und sich im Namen der Firma für die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Dabei sollte man vielleicht auch freundlich bleiben und versuchen, den Kunden positiv zu stimmen. Pubertäres Gehabe und eine kalte Schulter sind kontraproduktiv.

In der Arbeitergesellschafft geht die Disziplin flöten, Moral verreckt und Kompetenz versiegt. Ich frage mich, wer überhaupt noch motiviert seine Tätigkeit angeht oder gar bestrebt ist, als guter Mitarbeiter zu glänzen. Vermehrt herrscht eine Arbeitsmoral, die sich radikal auf das Wesentlichste beschränkt. Die deutschen Werte, als auch preußischen Tugenden haben ausgedient und wurden ersetzt durch Negativitäten und Ficklaune. Angestellte fühlen sich grundlegend ungerecht behandelt, regen sich über schludrige Kollegen auf, beschweren sich über gewisse Umstände und meiden anstrengende oder verantwortungsvolle Aufgaben. Alle wollen mehr Kohle und erwarten, verlangen gar bessere Zeiten, aber kaum einer will mehr was dafür leisten. Es gibt immer weniger Personal, was sich bemüht seinen Anforderungen gerecht zu werden. Viele Beschäftige schlüpfen regelmäßig ins Arbeitsoutfit, bekleiden sich mit dem Firmennamen und werden stundenweise entlohnt. Nur weniger darunter schlüpfen auch in den Arbeitermodus, der große Rest bleibt Privatperson. Private Angelegenheiten, seien es Depressionen, Problemfälle oder andere Ärgernisse, werden während der Schaffenszeit aktuell gemacht, die Konzentration und Gedanken landen in der Freizeit. Zum Feierabend hin sind die besagten Klapperköppe abgefuckt vom Tag, wollen pünktlich mit Schichtende von Gelände sein, um in ihrer Freizeit über den verkackten Arbeitstag zu meckern.

Die nationale Mentalität ist verseucht von Selbstgefälligkeit und Disziplinmangel. Die Vermittlung von Werten an die nächste Generation nimmt ab, das gesellschaftliche Miteinander ebenfalls. Selbst fundamentale Verkehrsregeln, scheinen nicht mehr gängig zu sein. Hier ist jeder einzelne, der über siebzigtausend Kleinstädter verantwortlich für die verkorkste Gesellschaftssituation. Geduld, Hilfsbereitschaft, Zusammenarbeit, etc. sind verlorene Tugenden und Rücksicht, Freundlichkeit, als auch Selbstbeherrschung sind missachtete Werte. Manieren und Anstand werden belanglos, gutes Benehmen wird selten. So ist das, wenn man nur an sich denkt und sein Umfeld außer acht lässt.

Das Privatleben sollte zu Hause bleiben, wenn man zur Arbeit geht und dafür bezahlt wird seinen Job zu erledigen. Während der Arbeitszeit ist man ein Teil der Firma und somit auch Teil der Qualität und Reputation. Es fehlt Zucht und Ordnung, vor allem aber Disziplin und Beherrschung unter autoritärer Führung.

Fotoalbum: frostige Impressionen

Der Beetzsee ist weitflächig zugefroren. Väterchen Frost warum Brandenburg und hat für klirrende Kälte gesorgt. Vergangene Woche war die kälteste Nacht des Winters: -10°C zeigte meine Wetterapp. Meine Lippen bestätigten das, denn umso frostiger die Luft, desto trockener sind sie. Der Blistex war die ganze Zeit am Mann.

Die frostige Zeit ist schön anzusehen und besonders abseits der Stadt zeigt der Winter sein Gesicht. Draußen bei Stuart im Garten, kurz vor Mötzow zwischen Spargel- und Maisfelder, ist man mitten in der Natur und am Wasser. Am Strand der Gartensparte, wo neben Stuart Partein überwintern, hat man freien Blick auf den Beetzsee und im umrandenden Waldstück kann man viele Tierspuren entdecken: Rehhufe, von Wildschweinen durchwühlte Stellen und Vogelkrallen. Im Garten selbst habe ich auch Rehhufabdrücke gefunden, auf seiner Jolle waren Eichhörnchentapser und auf der Terasse hinterließ ein Mink seine Spuren. Die Flora wirkt völlig stillgelegt und konserviert.

Heute Nachmittag wanderte ich mit Polly und Lucie ein Stück durch den Gördenwald, während Stuart bei einem Termin war. Dort waren auch viele durchwühlte Stellen. Der Gördensee ist völlig gefroren, liegt völlig still da. Die vierzigminütige Waldwanderung mit den beiden Hundedamen war Urlaub für die Seele: frostigfrische-klare Atemluft, knarrende Bäume, zwitschernde Vögel, gefrorenes Laub raschelt und knistert wenn mein Pollypoop, wie ein Reh sprigend und aufgeregt den Wald erkundet. Eine völlig natürliche Umgebung ohne lästigen Stadtlärm, ohne jegliches Gespamme und ohne nicht-greifbare Gedanken. Ich war im hier und jetzt und nirgendwo anders.


In der Stadt hingegen, hat man dafür umso mehr Sorgen. Durch den wiederholten, wenn auch mickrigen Schneefall und den Minusgraden, wird es glatt. In aller herrgottsfrühe fahren die Streumobile durch die Straßen und schleudern Splitt, Sand oder Salz über die Wege. Die drei goldenen S zur Sekung der Rutschgefahr, wobei eines weniger goldig, als viel mehr fickscheiße ist! Sand und Splitt ok, meist aber nur temporär effektiv. Effizienter hingegen: Salz, genaugenommen Tausalz! Die fluffig eingeschneiten Wege werden festgetrampelt, wieder neu gepudert, windige Minusgrade lassen den Grund und Boden erstarren, Sonnenstrahlen kitzeln die Atmosphäre und die Wege sind glitschig-rutschig, schlicht ideal zum schlittern. Um die Rutschgefahr beschränken, rüsten einige Fußgänger, vermehrt die der Ruhestandgeneration, ihre Schuhe mit Spikes auf und Autorädern verpasst man Wintergummi, behängt sie im Härtefall mit Ketten. Trotzdem kommt die Menschheit nicht klar, drum streut man Salz. Die stets vorhandene Schmelzschicht vermischt sich mit dem Salz, wodurch der Gefrierpunkt des Tauwassers auf -21°C sinkt. Darüber entsteht eine neue Schmelzschicht und der Vorgang wiederholt sich. Physikalisch-chemisch genial, biologisch-buddhistisch eine Qual. Das kleinste Übel zeigt die Aggressivtät dieses Streumittels am Schuhwerk, besonders betroffen sind Wildledertreter. An Autos verursacht es Lackschäden und Rost. Aber was kümmern mich die Äußerlichkeiten von Schuhe und Autos? Polly trägt keine Schuhe oder Wintergumierug, die Hornhaut ihrer Pfotenballen sind ihre Schuhsohle. Als Stadthund sind ihre schneeweißen Pfötchen an Pflastersteine, Asphalt, Gullideckel, Schienen, Gitter, Holzstege, Wiesen, Schotter und Trampelwege angepasst und haben sich seit dem Welpenalter entsprechend robust entwickelt. Doch egal ob empfindliche oder robuste Hornhaut, das Salz frisst sich durch. In meinen Augen wirkt es ätzend. Die Sohlen reißen auf, Hunde erleiden Schmerzen und hinterlassen blutige Abdrücke. Nach jedem Spaziergang durch eine Salzlake dusche ich Pollys Pfoten ab, um ihr Fellprofil auszuwaschen. Aber nicht nur Oberflächennutzer, sondern auch der Boden wird geschädigt. Das Salz, die Chloride stören den Stoffwechselkreislauf im Boden, das Wurzelwachstum wird beeinträchtigt und für die Pflanzen gibt es weniger Nährstoffe, wodurch die Flora sich weniger prachtvoll ausbildet. Die Wasserqualität von Gewässer und Grundwasser verschlechtert sich und Wasseraufnahme der Pflanzen  ist gehemmt. Salz ist der Heuchler unter den drei goldenen S der Streumittel. Der Mensch weiß das, die Schale ist aus Gold, doch der Inhalt ist stinkende Fickscheiße, und trotzdem ist es der Favorit. Ich versteh’s nicht!