Fotoalbum: Facefrosting Times

Die kleine Lucie, wie süß sie sich sein kann. Ein paar Flöckchen auf der Nase und der Dackelblick schlechthin. Manchmal ist Madame jedoch eine Diva im Rauhaarkleid. Während Polly alles teilt, herrscht bei Lucie Futterneid, hihi. Der Dackelcharakter, wie er im Buche steht.

Ein Spaziergang mit den Hunden am Katharinengraben. Zwischen Beetzsee und Spargelfelder Scheint das Leben eingefroren, nichts bewegt sich und wartet auf den Frühling … ja, auf den warte auch ich. Zwar hab ich ein Problem mit niedrigen Temperaturen, aber Minusgrade sind oll.

Zu dieser Jahreszeit lässt sich keiner der versnobten Angler blicken. Eigentlich sind diese Tümpel des Beetzsees, Angelteiche für Vereinsmitglieder, die ständig Ihre Styroporschalen liegen lassen. 

Auch am Rande der alten Heerstraße, am anderen Ende der Stadt, lässt Vätchen Frost das Land erstarren. Doch das hält Polly nicht davon ab, ihre pure Lebenfreude zu versprühen, während der faule Dackel kein Bock hat umher zu wandern.


Ob am Strand, im Wald oder auf dem Feld: Polly lässt sich nicht vom Wetter unterkriegen. Immerhin hat sie ein schön dichtes und plüschiges Fell. Meinen Wuff so glücklich zu sehen, obwohl der Frost mir in der Nase weg tut, lässt mich die Kälte glatt vergessen. 


Zwischen dem zugefrorenen Grillendamm und erstarrten Beetzsee, bewegt sich nur der Silokanal. Schließlich fahren dort auch Brecher lang, um die Zufahrt zu den Schleusen frei zu halten. Die Eisschicht ist dick genug, um drüber zu laufen. Mir ist das aber nicht geheuer. Schon unseren guten Slawen wurde das vereiste Havelwasser vor knapp 1.100 Jahren zum Verhängnis. Der, auf der heutigen Dominsel platzierte slawische Burgwall, die Brendanburg wurde 928/929 erobert und fiel somit der Christianisierung zum Opfer. Der letzte Hevellerfürst Pribislaw konvertierte ebenfalls, hoffentlich nicht aus Überzeugung. Er ist das brandenburger Mysterium schlechthin, denn keiner weiß, wo denn die Überreste seiner irdischen Hülle sind. 

Meinem Wetterbericht zufolge, soll der Frost diese Woche noch Enden und Sonne ist auch angesagt. Es wird Zeit die lästigen Winterdepressionen zu vertreiben, um Platz für das Erwachen des Frühlings zu schaffen. 

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Fotoalbum: zierliche Pfotenabdrücke

HDer morgendliche Spaziergang verschob sich am Samstag auf den späten Vormittag, aufgrund einiger Sternschnuppenschauer. Mit Stuart und seiner imperialistischen Dackeldame-Eisenherz, auch Lucie genannt, stiefelten wir entlang der frisch gepuderten Gartenpfade. Die matschigen Wege wurden samt Tauwasserpfützen zugedeckt. Im Morgengrauen kehrte Väterchen Frost zurück ließ den Matschboden erstarren und die Schmelzschicht der zarten Schneedecke wurde zum vereisten Schleicher. 

Polly und Lucie strahlten die pure Freude aus, als sie zusammen durch die winterliche Umgebung tapsten. Ich war etwas grackelig auch den Beinen, weil ich durch war, … naja, bin ich immer noch. Die Minimatachgletscher und Eispfützen formten den plattgefahrenen Boden neu, wie eine mikrokosmische Eiszeit. Dieser Gedanke faszinierte mich und mein Kopfkino lief auf Hochtouren. Amazing …

Als ich wieder plattgefahren Boden unter den Boots hatte, entdeckte ich Vogel – und Rehspuren, wie aufregend. Kaum ein paar Meter weiter, fiel mir der winzig-süße Pfotensatz auf. Alle Viere ordentlich angeordnet. Die Abdrücke hinterließ bestimmt ein putziges Eichhörnchen. Stuart war da anderer Meinung: er denkt, dass die von einem Kanninchen sind. Mh, … dem konnte ich nicht zustimmen. Wir werden sehen …, wenn wir je rausfinden.

Fotoalbum: Tauwetter am verrufenen Freitag

Heute früh (bzw. gestern früh), am 13.ten, den schwarzen Freitag, wie er auch im Volksmund genannt wird. Erinnern wir uns einmal achtundachtzig Jahre zurück: Amerika 1929 -> Börsenkrach -> Auftakt der zweiten Weltwirtschaftskrise. Erst knappe siebzig zuvor zerbrach der Kapitalismus – wie vom heldenhaften Karl Marx prophezeit – und löste die erste internationale Wirtschaftskrise. Wohlbemerkt: beide Male war Amerika der Auslöser. Die amerikanische Übermut ging als schwarzer Freitag in die Geschichte ein, zumindest hierzulande. Das eigentliche Desater ereignete sich vor Ort einen Tag zuvor und nennt sich Black Thursday. Damals war die Kommunikationsleitung eben etwas länger, im Gegensatz zur Gegenwart: ein Klick auf den Teilen- bzw. Senden-Button und die Info ist allerorts verfügbar.

Der allgemeine, durch angstverbreitenden Christen verbreitete Aberglaube, lässt Freitag den 13.ten als furchterregenden Tag da stehen. Die Deutschen betitelten diese Primzahl als Dutzend des Teufels, zugleich symbolisiert sie verstärktes Unglück. Der Freitag wird vom (leider!) missionierten Volk mit der Kreuzigung ihres hinterfotzigen Ketzergottes Jesus‘ verbunden (dabei gibt es dafür extra den Karfreitag!). Die Geistlichen versetzten die Gläubigen in Angst und Schrecken, um die Anhängerschaft schön abzocken und unter Kontrolle zu behalten. Wie ich diese dreckigen Heuchler hasse, ja ich pflege wahrhaftige Häresie! Erstmal egal, … Fakt ist, dass die Christen diesen Tag in einen finsteren Schatten gehüllt habe. Unnötige Negativitäten! Buddha hätte nie so ein Scheiß von sich gegeben. 
Zum Glück glauben nicht alle an den schwarzmalenden Scharlatan. In Japan und im Judentum ist die Dreizehn eine Glückszahl. Der eine Kontinent lächelt, während der andere weitflächig mit Paraskavedekatriaphobie verseucht wird. Was das ist? Das will man gar nicht wissen: diese unfuckingfassbare Phobie mit Wortkotzessalat ist tatsächlich eine psychische Störung! Scheinbar gibt es echt so viele verlassene Schädelhöhlen, die sich in einen dermaßenden Angstzustand, dass sie zu feige sind das Haus zu verlassen. Ich könnte mir echt nur an Kopf fassen und ihn schütteln bis zum Getno. Ich meine, warum waren die alle so leichtgläubig? Kreuzilein hat nie jemanden bestraft, trotzdem lebten seine Gläubiger wie Knechte und wurden vollends verarscht.

Als ich über das Getue um diesen Tag nachdachte, musste ich nur machen. Was sagt schon eine Zahl oder ein Wochentag? Als wenn das Unglück sich an einen Zeitplan halten würde?! Der aufgeklärte Glaubensrevolutionär und preußischer König, verließ uns an einem 17., ein Donnertag und das letzte wahre politische Herz, der legendäre Bismarck mit Pickelhaube, blieb am 30., einen Samstag stehen. Schweizer Versicherungsfutzies ermittelten sogar, dass anders bezifferte Freitag mehr Schadensfälle aufweisen, als die mit wo es dreizehn schlägt. Haha, klar doch, weil man automatisch vorsichtiger ist, aber dabei wird es eher durch hektisch gewordene Zeiten verdrängt. 

Mein Freitag war völlig ok: genoss das Tauwetter, auch wenn es deprimierend trüb war. Die Arbeit ging schnell vorbei, ich hab jeden meiner drei Freunde gesehen und meine Polly war auch bei mir. Hätte ich meinen Chef angerufen, um mich abzumelden, dann hätte er sich garantiert mordsmäßig verarscht gefühlt und mich für abergläubische Angst ausgelacht. Ernst würde mich dann auch keiner mehr nehmen. 

Fotoalbum: Silvesterfund

Am Silvestermorgen fand ich das Schild auf der Wiese. Gewundert hat es mich ehrlich gesagt nicht, denn es ist ja allgemein bekannt, dass das Volk immer mehr pubertiert und immer dämlicher wird. Das Slawendorf befindet sich auf der Altstadtseite der Havel, dich das Schild lag hier, auf der Neustadtseite. Wer weiß, vielleicht hat es jemand mit ordentlich Schmackes rüber geschmissen, aber auf der Höhe sind es 55 m, sagt zumindest mein Luftlinienmesser. Wie auch immer, ich konnte nur die Augen verdrehen und hob es auf. Was für Spinner …, aber zumindest wurde es nicht zerstört. 

Morgen oder Übermorgen werde ich es mitnehmen, wenn ich zur Schule fahre, denn das Slawndorf liegt eh auf dem Weg. Das wird dann meine erste gute Tat 2017. sollte jedoch niemand ein Danke sagen, schmeiß ich es in die Havel! Denn mir geht diese fresseziehende Gesellschaft auf den Keks. Deutschland, deine Mentalität wird von Jahr zu Jahr hässlicher. Vater Staat lässt es ganz schön schleifen mit der Erziehung.