Vollends gestresst

Klagen, nichts als Klagen in meinem Kopf. Momentan regt mein Leben mich so richtig auf, ja ich fühle mich so richtig abgefuckt. An jeder Ecke lauern Negativitäten, wie beispielsweise meine beendete Beziehung, Zweifel über meine Zukunftspläne, der anstehende Umzug und einfach nur Chaos. In erster Linie bin ich froh, dass Sören und ich ins wieder vertragen haben, aber ansonsten bin ich einfach nur genervt. Ich wurde acht Tage am Stück zur Arbeit eingeteilt und das vorwiegend am frühen Vormittag, in der Schule steht ein Haufen Zeug an, vor allem Druck und zwischendurch noch die restlichen Alltagsaufgaben: Haushalt, Nahrungsbeschaffung, Gassi gehen. Mir ist das echt zu viel. Ich schaffe es nicht zu entspannen oder abzuschalten. Mein Kopf ist bis oben hin voll und meine Energie lässt zu wünschen übrig. Am liebsten würde ich einfach im Boden versinken, dann kann die Welt sich ohne mich weiter drehen. Wenn ich wieder aus meinem Winterschlaf erwache, kann es weiter gehen. Aber so leicht ist das nicht. Heute laufe ich den dritten Tag mit leichtem Kopfschmerz durch die Gegend und in der Schule hat mein Kreislauf schlapp gemacht. Ich fühle mich wie die Krönung der Saft- und Kraftlosigkeit. Jetzt werde ich meine Chinanudeln verspeisen und einschlafen, um morgen in aller Frühe von meinem Wecker zur Arbeit geschickt zu werden. 

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Der erste Schultag

Draußen ist es grau und kühl. Der Herbst kündigt sich an und das stimmt mich fröhlich. Allerdings bin ich jetzt schon von dem heutigem Pflichtbesuch in der Schule abgenervt. Wenn das Wetter so oll bleibt, muss ich wohl laufen. Ich hab auch kein Licht am Fahrrad und bevor ich das nicht hab, wird das eh nichts mit Fahrrad fahren. Klar könnte ich mir heute solche Lampen besorgen und ein Fahrradladen ist auch gleich auf der anderen Seite der Brücke. Jedoch ist der Typ, der da arbeitet ätzend und das Wetter animiert auch nicht gerade zum Rausgehen. Beim morgendlichen Spaziergang mit Polly ist mir der lästige Sprühregen direkt in my Face geflogen, obwohl ich ein Schirm dabei hatte. Dann wurde meine Hose ganz klamm und meine Turnschuhe sind auch nicht für tropische Bodenbedingen gemacht. Heute ist einfach nur Montag! Zudem muss ich noch den blöde Borke nachher sehen. Wahrscheinlich hängt seine Hose wieder so hoppermäßig tief, dass sein Schlüppa unter dem schlecht gebügelten Hemd (wenn überhaupt gebügelt) raus. Wer will das sehen, bei so einem zusammengesackten Kartoffelkloß? Niiiiiiiemand!!!

Sid ist auch schon wieder bockig, weil ich morgens nicht gerade ein Fröhlichkeitsbrunnen bin und mein Lächeln noch micht sprudelt. Mister Obersensibel muss mich wieder mit meiner Laune ertragen. Er macht momentan nichts für die Beziehung, aber erwartet, dass er hier wie ein König behandelt wird. Der Haushalt lastet seit über zwei Monaten auf meinen Schultern. Zudem muss ich seine Wutanfälle ertragen und mich anschreien lassen, aber wenn ich mal etwas angespannt meine Lage erkläre, heißt es gleich wieder, dass ich ihn scheiße behandle. Ja, ich weiß ja mittlerweile, dass ich stets Ursache allen Dramas in der Beziehung bin. Wann wird der endlich erwachsen …, ich glaube nie und ich glaube, dass ich kein Bock habe mein Leben lang so eine Pussy an meiner Seite haben will. Er teilt sich nicht mit, aber ich muss Rücksicht nehmen ohne dabei zu wissen auf was! Mich kotzt dieses Ungleichgewicht brutal an. Auf eine gemeinsame Wohnung habe ich gegenwärtig absolut keine Lust. Ich ab eher Bock auf eine WG mit Lennox. Wir gucken die gleichen Serien, sind leidenschaftliche Zocker, wollen studieren und so weiter. Wir kommen einfach gut miteinander aus und betrachten vieles vom selben Standpunkt. In der Schule lästern wir über dieselben Geschehnissen und vor der Schule treffen wir uns heute, um noch ein durchzuziehen. Er hat sein Vaporizer und ich dreh‘ mir ’nen Sticki. Polly mag ihn auch sehr. Er hätte auchvkein Problem mit ihr, sollten wir eine WG gründen. Momentan weiß ich nicht wie es weiter gehen soll, was mein Sozialleben angeht. In Sachen Karriere habe ich einen festen und erfüllenden Plan und Alternativen, falls ich scheitern sollte. Ich lass es einfach auf mich zu kommen. 

Wieder vergessen

Oh man, ich muss dieses Wochenende arbeiten und ich hab echt kein Bock drauf. Zumal ich heute auch nicht im Theater arbeite, sondern an der Regattastrecke. Da muss ich mit dem Rad hinfahren, was mit Arbeitskleidung immer sehr komisch aussieht. Hoffentlich ereignet sich während des Hin- und Rückwegs kein Wolkenbruch. Um 17:30 Uhr muss ich anfangen und um 23 Uhr ist Schluss, zumindest nach Arbeitsplan. 

Außer auf Arbeit, gibt es noch andere Dinge, auf die ich kein Bock hab. Zum Einen ist da der hysterische Sid, der heute ausgerastet ist und zum Anderen wäre da Stuart, der mich mal wieder vergessen hat (zum dritten Mal mittlerweile). Kommen wir erstmal zum Einen: Sid hat beim Duschen eine Ecke meines Handtuchs nass gemacht. Mich hat es nicht weiter gestört, hab es nur erwähnt. Das brachte ihn in Fahrt, ich hab mich verabschiedet und bin erstmal mit Polly raus gegangen. Jetzt ist er auf Arbeit und hat sich nachher hoffentlich beruhigt. Dann ist das noch das Andere: Stuart und ich haben und die vergangenen zwei Mittwochs verabredet. Er wollte sich melden, wenn er in der Innenstadt ist und tat es natürlich nicht. Den ersten Mittwoch habe ich nichts weiter gesagt und war nur stinkig. Nicht mal gemeldet hat er sich. Letzten Mittwoch genau dasselbe Ding. Keine Meldung, keine Entschuldigung. Am Donnerstag rief ich ihn an und hab ihn meine Meinung gesagt. Dann hab ich einfach aufgelegt und seitdem kam auch nichts von ihm. Mir egal, ich brauche keine Freunde die mich vergessen. Meine Mutter vergisst mich schon oft genug. 

Davon lass ich mich nicht ärgern, weder von der Arbeit, noch von den Männern, schließlich bin ich von nichts abhängig. Gleich werde ich mich Polly schnappen, treffe mich mit Eddy (eine guter Freund von Sid und mittlerweile auch einer meiner Kumpels) und dann schnappen wir uns die coolen Pokémon. 

Sonne, aber trotzdem wolkig

Das Regenwetter ist vorbei, aber über meiner Beziehung hängen noch die Gewitterwolken fest. Sid hat momentan viel um die Ohren und ich kann verstehen, dass er ein hohes Stresslevel hat. Mir fällt es so langsam nur schwer immer drüber zu stehen und seine geistlosen Kommentare nicht zu ernst zu nehmen. Mit mir geht’s es bergauf, aber wenn die Beziehung weiterhin belastend ist, wird der Aufstieg ganz schön anstrengend. Zudem muss ich aufpassen nicht wieder abzurutschen. Ich finde es beschissen, dass er seine Unzufriedenheit in Diskussionen entlädt. Er verhält sich kindisch, doch sagt, dass ich hier das Kind bin. Ich hab keine Lust mir sowas anzuhören, nur weil er ein Wutproblem hat. Wir steckten in einem Teifelkreis und sind aneinandergerasselt. Jetzt gebe ich mein bestes drüber zu stehen und versuche ihm Kraft zu schenken, aber wie soll das gehen, wenn er ständig stänkert? Ich bin nicht stabil genug um zwei ausgebrannte Seelen zu pflegen, dennoch gebe ich mir Mühe, weil ich ihn und uns nicht verlieren will und ich weiß er will es auch nicht. Er braucht Urlaub und Zeit für sich, Zeit zum Durchatmen, aber er nimmt sich kein Frei, weil er auf Arbeit unter Druck steht. Gierige Sklaven der Pharmamafia würden uns erzählen, dass wir am Punkt des Burn-Outs stehen und uns mit Antidepressiva versorgen. Doch das will weder er, noch ich. 

Bei mir geht es, weil ich Ferien und somit auch Zeit zum Entspannen habe, aber er wird das Vergnügen nicht so bald haben. Ich kann nicht ewig so ein schlechtes Benehmen tolerieren ohne ein Magengeschwür zu bekommen. Das ist eine beschissene Zwickmühle zwischen Sids Wohl, meinem und dem unserem. Es kann nur gut gehen, wenn einer genügen Kraft aufbringen kann, um den Anderen am Boden der Tatasachen zu ertragen.

Motivationsfreie Phase

Irgendwie sehe ich mein Leben an mir vorbei laufen. Ich koste es nicht mehr aus, sondern verweile nur noch. Die Motivation für die Schule sinkt so kurz vor den Sommerferien extrem. Ich hab kein Bock, Lennox hat kein Bock, die ganze Klasse hat kein Bock mehr. Die Lehrer ebenso wenig, wie es scheint. 

Sid und ich haben uns wieder zusammengerafft, ohne Kommentar. Es war holprig und nervenzerrend, aber hat sich gelohnt. Jeder hat mir davon abgeraten, außer meine Familie ist froh drüber.

Polly ist der größte Schatz auf Erden und erinnert mich immer wieder daran, dass ich mich kein Zombie bin. Denn solange ich noch fühlen und lachen kann, kann ich nicht halbtot sein. Sie kann richtig schnell sprinten und hält sogar mit Größe Hunde mit. 

Ansonsten warte ich die Zeit ab, bis sie besser wird. Wenn die Abendschule zu Ende ist, habe ich auch wieder eine bessere Tagesstruktur. Es ist nervig abends zur Schule zu gehen. Früher fand ich es cool, aber jetzt ist es kacki. Noch drei Wochen, zwölf Schultage und dann gibt es Zeugnisse. Anschließend beginnen die Sommerferien. Sechs Wochen chilln und ein bisschen arbeiten gehen. Ich freu mich drauf. Hoffentlich wird es heiß, dann gibt es Kurzstunden. Das würde den Endspurt vor den Ferien angenehmer gestalten.