Freude, komm zurück zu mir

Wo ist nur meine Freude hin? Da frage ich mich, ob es an dem erschöpften Zustand liegt, oder ist es mir auch einfach nur egal? Auf dem Heimweg, lief ich mit Polly an der Havel entlang und es war so angenehm ruhig und friedlich, ideal abgerundet durch die kühle Temperatur. Ein perfekter Moment, indem ich das Durchatmen vollends genossen habe. Es war keine Menschenseele in Sichtweite und die Dunkelheit umhüllte mich mit ihrer Geborgenheit. Mir ist dann meine nicht vorhandene Freude durch den Kopf gegangen. Ich fühlte mich leer, als hätten mich die positiven Emotionen verlassen. Dann musste ich mich an den Moment erinnern, als ich mich auf das kommende Weihnachtsfest freute. Die Emotionen sprudelten nur so heraus, ich grinste und sehnte mich schon danach mit meinen Schwestern die Couch zu besetzen, neben uns die Großeltern und weiter hinten am Tisch auch alle anderen. Plötzlich überkam mich der Weihnachtszauber und Vorfreude wurde geboren.

Seit Jahren habe ich diesen Zauber nicht gespürt, weil ich eher angepisst von Weihnachten war. Während meiner Ausbildung wurden meine Empfänger dafür verstümmelt. Das erste Weihnachtsfest in einer blasierten Ösi-Berghütte, prügelte den ostdeutschen Lehring mit Schlagring und Stahlkappen. Ich steckte die Schläge weg und tat so, als wäre nichts weiter. Das zweite Weihnachtsfest im 5*-Nobelhotel, trat auf mich ein und schmiss mich immer wieder zu Boden. Die Narben wurden wieder zu Wunden und wieder musste ich da einfach durch, schließlich musste ich der überaus hochnäsigen Gesellschaft in den Arsch kriechen, um riechen zu können, wie sehr Geld stinkt. Hinter den Kulissen erwartete man mich auch oft, um mich als Aggresionskompensation zu nutzen. Das dritte Weihnachtsfest entflammte vor mir, wie eine Feuerwand und ich, als ostdeutscher Lehrling, ging einfach durch. Verstümmelung vollständig! 

Bis vor fünf Wochen haben mich diese Weihnachtserlebnisse geprägt und erinnerten mich stets an das Leid, die Einsamkeit, Schutzlosigkeit und Dreckfresserei zwischen den Schluchtenscheißern. Umso mehr Sterne ein Hotel hat, desto beschissener, rassistischer und eingebildeter sind die Kollegen. Darüber kann meine Erfahrung eine Statistik erstellen. Wie auch immer, endlich bin ich diesem Fluch entkommen, die Narben sind wie wegradiert und Weihnachten verzauberte mich wieder. 

Mit der letzten Novemberwoche, kam die stresslastige Zeit. Lange Tage, vermehrte Termine, die Trennung von Sid, Unmengen an Schulkram und anderes Zeugs. Ich kam kaum zur Ruhe und Polly kam viel zu kurz. Es war anstrengend jeden Tag zur Frühschicht zu gehen und abends so spät erst Schulschluss zu haben. Nach ungefähr zwei Wochen war ich schon ordentlich gerädert, die Kopfschmerzen verschwanden nicht, meine Energie rinn mir wie Sand durch die Finger und mit ihr auch der Weihnachtszauber. Die Vorfreude schlich sich unbemerkt davon und kam nicht rechtzeitig zurück. Es betrübt mich sehr, dass ich die Zeit mit meiner Familie nicht fröhlicher verbracht habe. Dabei gab es keinen Grund in irgendeiner Weise schlecht gelaunt zu sein. Fehlt mir etwa nur die Energie oder fehlt mir wohlmöglich was anderes?

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Wenn es zu schön ist, um wahr zu sein …

… dann kommt doch prompt wer daher und stellt dir ein Bein! Und weil ich noch so müde war, stolperte ich mir Schmackes auf mein Smilyface. Nachdem ich mich Freitagfrüh schwermütig aus dem Bett bewegt habe, ging ich mit Polly runter und der Mond wünschte mir einen guten Morgen. In meinem Gesicht formte sich ein Lächeln, denn ich freute mich auf das lang ersehnte und schon fast erreichte Ende des Tunnelblicks. Durch mein Kopf schossen Gedanken wie „nur noch drei Stunden arbeiten und morgen wird kein Wecker klingeln“ oder „unfuckingfassbar, wie geil, endlich wieder mehr Zeit für mein Pollypoop“. 

Nach der Hunderunde entdeckte ich auf meinen Handydisplay einen verpassten Anruf von der Arbeit. Warum ruft er mich so früh an? Eine halbe -/dreiviertel Stunde später, wäre ich eh da gewesen. Mit einer grimmigen Mimik zwang ich mich dazu zurückzurufen, auch wenn mir das gar nicht in meinen herrlichen Morgen passte, denn wenn Cheffchen zu Hörer greift, dann brauch er jemand der einspringt. Ein tiefer Atemzug, ein aufgesetztes Lächeln und anrufen. Wie ich bereits vermutete, fragte er mich ob ich Sonntag einspringen könnte. Zumindest habe ich dieses Mal erst nach der Zeit gefragt, bevor ich wieder blindlings Zusage. Beim letzten Mal sagte ich einfach zu, weil ich nun mal ein positives Bild auf Arbeit abgeben möchte .. und dann sagte er mir, dass ich dann von 7:30-10:30 Uhr Dienst habe. Voll in die Fresse, und wieder mit ordentlich Schmackes! Das Geld interessiert mich dabei weniger, aber da im Januar der Umzug ansteht, sollte ich soviel Geld scheffeln, wie möglich. Da genieße ich doch lieber meine Zeit mit Polly und führe ein bescheidenes Leben, als dass ich für irgendwen Überstunden schrubben gehe. Geld stinkt ganz schön und verbreitet überall die Seuche. Wenn Polly ihren Lebensabend erreicht, will ich es nicht bereuen, zu wenig Zeit mit ihr gehabt zu haben. 

Nun muss ich Sonntagabend für fünf Stunden arbeiten. Cheffchen wollte mich erst von 14-23 Uhr mit einstündiger Pause dazwischen einteilen, aber nee. Ich hab nur eine Schicht genommen und selbst die kotzt mich jetzt an. Dann werde ich mich heute Abend eben dort hin schleppen und hoffen, dass ich nicht auch noch am Mittwochmorgen eingeteilt werde, denn da fällt jemand für die 7:30 Uhr-Schicht aus. Da hat man sich mal zehn Minuten zu früh gefreut…

Gestern fand ich in meiner Notizapp ein paar lyrischen Werke, Gedichte, die ich vor zwei-/drei Jahre schrieb. In der elften Klasse behandelten wir Fabeln und anschließend Gedichte im Deutschunterricht. Mir haben idyllische Formulierungen schon lange gefallen, schon damals auf der Realschule. In diesen vier Jahren gab es nur wenige Momente, in denen ich gerne in der Schule war. Die meiste Zeit wurde ich gemobbt und fühlte mich unwohl. Wenn wir vor einem Raum warteten, hörte ich immer das absichtlich-laute Getuschel mit anschließendem Gelächter. In den fünf-Minuten-Pausen blieb ich immer möglichst unauffällig auf meinem Platz sitzen, wenn wir den Raum nicht wechseln mussten. Mir war es egal, dass ich gelegentlich ein Papieknöll oder eine Alufoliekugel abbekam, aber die Lästerei, dummen Geräusche und Beleidigungen waren schon ganz schön hart. Zum Glück konnte ich meine Tränen verstecken, sonst wäre ich nur ein noch größeres Opfer gewesen. Alles Fotzen! Meiner Mutter ging das am Arsch vorbei, zu Hause war sie auch fast nie und bei Elterngespräche war sie auch ein äußerst seltener Gast. Bis auf eine Ausnahme, hab ich ihr immer früh genug Bescheid gesagt. Wenn sie nicht da war, kassierte ich am nächsten Tag die Abreibung. Meine kratzbürstige Klassenlehrerin Frau Canewitz stellte mich dann immer vor der ganzen Klasse zur Steinugung aus. Sie meckerte mich vor allen voll und regte sich dabei immer viel zu sehr auf. Ich wollte nur im Boden versinken. In der neunten Klasse wurde es schlimmer und ich entschloss mich mit meiner Opferrolle zu der Canewitz zu gehen. Beim Reden musste ich mich zusammenreißen, denn mir ging es kacke, in meinem Hals steckte ein klebriger Kloß und Selbstbewusstsein hatte ich auch nicht. Es war schon schwer genug zu ihr, Miss Gefrierpunkt, zu gehen und nachdem ich kurz meine abgefuckte Lage schilderte, fragte sie vollends empört: „ja und was soll ich da jetzt machen?“ Das hat mir echt den Rest gegeben. Der Kloß schwoll an und der Druck auf meinen Augen wurde stärker. Ich bedankte mich für nicht und sagte ihr, dass ich nach Hause gehe, weil ich nicht mehr kann. Augenblicklich drehte ich mich um und verschwand. Mit tief gesenktem Kopf verließ ich das Schulgelände im Eilschritt. Was das nicht für eine herzlose Fotzenfresse ist! Diese blöde Erinnerung kreuzt hin und wieder meinen Weg. Einmal sah ich das Mistvieh in der Stadt, aber etwas zu spät, denn es steht noch Rache auf meiner To-Do Liste. Wenn ich sie das nächste Mal sehe, dann hoffentlich nicht auf Arbeit, denn ich will ihr einfach nur ins Gesicht rotzen, aber mit SCHMACKES! Das muss scheppern, denn so schäbig wie sie mich behandelt hat, verdient sie meine Verbalitäten nicht. Das ist weder die Zeit, noch die Energie wert. Umso früher ihre Wege meine kreuzen, desto eher werde ich von dieser wartenden Wut erlöst.

Die Canewitz war auch zugleich meine LER- und Deutschlehrerin. Damals mussten wir auch eine Gedicht lernen. Zur Auswahl stand der Zauberlehring und der Erlenkönig. Ich wählte zweiteres und beim Lernen keimte der Samen einer neuen Vorliebe, etwas, was meine Aufmerksamkeit erregte. Somit gab es zumindest ein paar Momente mehr, in denen ich gerne in der Schule war. Als ich gestern mein kurzes Gedicht „Zur Stunde“ las, musste ich wieder an diesen Moment denken, als die Canewitz mich eiskalt im Regen stehen ließ. Das schrieb ich vor knapp drei Jahren, noch bevor ich Sid kennenlernte:

Schau mal dort, das Gossenkind läuft fort!

Sieh doch her, das Elfenkind schlendert umher!

Im Schatten geborgen, versteckt der Junge seine Sorgen.
Im Schein der Sonne, lockt dem Mädchen die Wonne.
Normalerweise bin ich nicht so wortkarg, aber bei diesen spezifischen Zeilen, wollte ich keine Gefühle verstecken. Es soll das eisig-kalte Herz der Canewitz symbolisieren und zeigen, wie herablassend, gar angewidert sie mich ansah. 

Vom Nieselregen in die Traufe

Mein Tag fing soweit gut an, auch wenn es nicht so schien. Als ich wach wurde war ich erstmal verärgert, weil Sid sich keinen Wecker gestellt hat und zu spät zur Arbeit kam. Warum mich das ärgert? Weil er sagt, dass er erwachsen ist, aber er handelt nicht so. Das konnte ich schnell verdrängen und bin erstmal schnell mit Polly spazieren gegangen. Zu der Zeit war es noch Frau draußen und leicht verregnet. Wir sind wieder in den Humboldthain gegangen, in der Hoffung die nette ältere Dame mit dem Doodle-Labrador zu treffen. Leider war keiner da, als wir ankamen. Trotzdem spielten wir noch ein bisschen Ball unter den tropfenden Bäumen. Dann entdeckte ich ein Blatt, was mich lächeln ließ.


Ein paar schaffen es doch noch sich zu verfärben, jetzt wo es nicht mehr so trocken ist. Der Herbst kam von heut auf morgen und nun ist es da: stürmisch, nass und angenehm temperiert.

Mein Vormittag war ganz schön, dank der Präsenz des Herbstes. Aber nicht nur der, auch der Rückweg brachte noch eine Überraschung: Molly und die Liebe Omi. Polly sprintete gleich los und Molly kam auch gleich auf mich zu gerannt. Sie kamen uns entgegen und hatten es eilig, weil ihr Sohn heut Geburtstag hat und nach Berlin muss. Ich hatte noch Zeit und bin ein Stück mit in ihre Richtung gelaufen. Wir hätten noch ewig weiter quatschen können. Heute haben wir kurz über unseren bevorstehenden Tag geredet. Sie hat erwähnt, dass sie früher auch nebenbei am Einlass gearbeitet hat, so wie ich jetzt, bloß, dass sie in der Deutschen Oper war.

Als ich mittags zur Arbeit musste, begann meine Laune zu sinken. Gestern wurde mir mitgeteilt, dass ich heute schon um 12:15 Uhr anfangen soll und dann auch noch alleine mit Ronja! Das ist so abgefuckt. Es ist schon schlimm genug, dass ich letzten Monat nicht daran gedacht habe, mir für den heutigen Tag – Sids Geburtstag – frei zu nehmen. Nein, ich muss auch noch Überstunden machen. Ich habe mir keinen geringfügig Beschäftigte Tätigkeit gesucht, um am Wochenende 10-Stunden-Schichten zu schieben. Vor allem nicht für einen Garderobenumsatz von 2,50 €! Dazu kommt noch dieser verzogene Jammerlappen. Ich will diese Frau nicht ertragen. Allein heute war wieder der Knaller: um 12:15 Uhr ist Arbeitsbeginn, da geht sie erstmal raus eine rauchen, anschließend geht sie sich erst umziehen, dann nochmal auf die Toilette und erst dann, 20 Minuten später, hat die sich auf ihren Arbeitsplatz bewegt. Rotzenfrech setzte sie sich dann erstmal die ganze Zeit hin, bis 5 Minuten bevor die Türen geschlossen wurde. Da stand sie auf, aber nicht zum Arbeiten, sondern zum Kaffeekochen! Ist das nicht die Härte?! Aber damit noch nicht genug: eigentlich hätte sie vor der Saaltür stehen müssen und sie schließen, wenn die Verantstaltung anfängt. Doch als sie ihren Kaffee aufgesetzt hat, ist die erneut eine rauchen gegangen. Ich finde ihre Arbeitseinstellung assi und das war jetzt das zweite Mal. Beim Dritten Mal rede ich entweder mit ihr oder schreibe meinem Vorgesetzen eine Mail, denn ich stehe nicht über ihr und sie ist schon so eine Zicke. Total verzogen und denkt sonst was von sich. Mir egal, ich muss sie nur auf Arbeit tolerieren, aber ich finde es ungerecht dem Theater gegenüber, dass hier jemand bezahlt wird, der wirklich nur rum sitzt. Seitdem unsere Vorgesetzte in Rente gegangen ist, läuft hier einiges schief und anstatt eine neue Obereinlassdame bzw. ein Herr einzustellen, wurden zwei weitere geringfügig Beschäftigte eingestellt. Wenn mir das hier zu blöd ist, suche ich mir einen anderen Nebenjob, Hunde ausführen oder sowas. Ich hab echt kein Bock hier heute bis um 21 Uhr oder länger rumzusitzen.

Das lange Wochenende

Montag war Feiertag, also hatte ich vier Tage Wochenende. Naja, nicht ganz, denn Sonntag musste ich arbeiten. Freitag war der erste Tag meines Wochenendes. Sid kam nachts zurück aus seinem Bauerndorf und ich habe ihn als Überraschung vom Bahnhof abgeholt. Darüber hat er sich gefreut, doch ab Samstag verlief es zwischendurch etwas holprig. Ich merke, dass ich an meiner Vergangenheit gewachsen bin. Irgendwie fühle ich mich reifer. Keine Ahnung wie genau das gekommen ist, aber mir fällt es jetzt leichter über gewisse Dinge zu stehen. Kleinigkeiten, Kinderkacke, wie auch immer. Bevor ich zu sehr hoch fahre, schaffe ich es mich zusammen zu reißen. Das führt dazu, dass unsere Streits nicht mehr eskalieren und wir uns früher wieder einkriegen können. In Sachen Beziehung war ich noch ziemlich unerfahren und ich hatte Angst die Beziehung und die Liebe meines Lebens zu verlieren, aber jetzt scheint die Sonne endlich wieder.

Am Samstag haben wir einen neuen Fernseher bekommen … für umsonst! Haha, der Hamma! Meine Eltern haben sich einen neuen 3D Fernseher gekauft und der Alte wurde mir überlassen, inklusive Lieferung 😏. Das ist ein cooles Gerät. Wenn ich meine Arme vollkommen ausstrecke, komme ich gerade von der einen zur gegenüberliegenden Ecke. Einfach wow. Außerdem brauche ich jetzt keinen Reciever mehr, das heißt: ein Stromfresser weniger. Und erst die Bedienung. Der Fernseher erkennt die PlayStation und die kann ich mit der Fernbedienung anmachen, ausmachen und steuern, ganz bequem. Was für ein Luxus. Verantwortlich dafür ist das Aquos System auf dem TV.

Am Sonntag musste ich zwei Mal arbeiten. War ganz entspannt, zumindest das erste Mal. Bei der zweiten Vorstellung, war ganz schön was los. Der Künstler hatte Geburtstag und hatte selbst geladene Gäste. Die saßen an Tischen vor der Bühne. Schon zwanzig Minuten nach Beginn sind ständig welche aufs WC gegangen. Nach einer Stunde sind die ersten bereits gegangen und bis zum Ende der Pause war ein ganz schöner Schub weg. Die Kritiken wiederholten sich von Gast zu Gast: der trifft keine Töne, das Orchester ist nicht aufeinander abgestimmt, zu viele Genrès durcheinander und dass man sich fühlte, als wäre man nur das fünfte Rad am Wagen seiner Geburtstagsfeier. Ein großer Kritikpunkt war die Akustik, die eher als unangenehmer Lärm beschrieben wurde. Das kann sogar ich bezeugen, wobei ich die ganze Zeit nur außerhalb des Saales war. Es war weitaus lauter als sonst und die Disneynummern waren grauenhaft. Er hat einfach geschrien an gewissen Stellen, anstatt melodisch laut zu singen. In der zweiten Hälfte musste ich sogar den Notarzt rufen. Plötzlich kam eine Dame rausgestürmt, was uns im ersten Momemt nicht verwunderte, denn die Tür ging ja ständig auf. Doch sie rief nach Hilfe, ob jemand da ist. Wir drei sprungen auf, mein Kollege ist gleich rein, meine Kollegin mit ein Glas Wasser hinterher und ich sollte die 112 wählen, doch ich war so aus der Bahn geschmissen, dass ich erstmal mit der 120 versucht. „Kein Anschluss unter dieser Nummer“ und ich sö hää? Dann wurde es mir klar und die Dame aus der Notrufzentrale durchlöcherte mich erstmal mit Fragen bezüglich des Bewusstseins, der Atmung und vielleicht noch was. Panik verursacht Filmrisse, zeigt sich auch später im Gespräch nochmal. Die Dinge wusste ich nicht, doch ich konnte sie schnell rausfinden. Dann haben wir die Standortfrage geklärt und zum Schluß wurde mir noch eine wiederbelebende Maßnahme erklärt, auf die ich zurückgreifen sollte, falls ein Herzstillstand eintritt. Sie erklärte es mir mit der Aufforderung Ruhe zu bewahren, dann sagte ich, dass wir einen Defibrillator haben, wozu sie nur sagte: „na das ist ja noch besser“. Ich weiß auch, dass da eine Anleitung dabei ist, aber ich kann mich bis jetzt nicht daran erinnern, was sie mir erklärte. Das lässt meine Kinnlade runterklappen.

Den letzten Tag des langen Wochenendes verbrachte ich faulenzend mit Sid. Zwischendurch war ich genervt, weil ich gern noch ein paar Tage länger faulenzen würde, aber übernächste Woche sind schon wieder Ferien.