Tage wie diese, …

… häufen sich in letzter Zeit! Der Frust wächst immer weiter und die schlechte Laune zu umgehen, wird auch immer schwerer. Tag täglich werde ich mit Dingen konfrontiert, die mir gegen den Strich gehen und ich schaffe es immer weniger mich davon zu distanzieren. Seitdem mein Leben nicht mehr durch Sid belastet wird, habe ich mir ein Motto kreiert, was auch eine Zielsetzung ist. Ich nenne es: finde deinen Buddha. Das sage ich mir innerlich, sobald ich merke, dass meine Impulsivität ansteigt. Dieser Satz erinnert mich an die Achtsamkeit, die mir durchaus vertraut ist, dennoch nicht immer da ist. Es braucht seine Zeit permanent bewusst zu sein und Gefühle als Teil seiner Existenz zu akzeptieren. 

Gestern erst war einer dieser Tage, an denen es so scheint, als stünden alle Faktoren gegen mich. Hinzu kommt das ADHS, was von Haus aus Selbstmotivation und Stimmungsstabilität beeinträchtigt. Mein Donnerstag fing eigentlich ganz gut an. Der Vormittag auf Arbeit war entspannt, obwohl ich mit der blöden Rentnerin zusammen Dienst hatte, die der Meinug war mich anbrüllen zu müssen. Boar, die hat Kontra gekriegt, zumal ihre überzogene Reaktion auf fehlerhaften Tatsachen basierte. Mir egal, meine Ignoranz funktionierte einwandfrei. Später chillte ich mit Stuart, der wieder mal einen seiner Fehlaktionen aufs ADHS schob, was in mir der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte. Das war echt zu viel, denn er rechtfertig ständig alles was nicht ganz glatt läuft mit ADHS und dann hat er noch diese permanente Kann-ich-nicht-Einstellung. Er merkt vielleicht nicht in welchem Ausmaß ich Rücksicht auf ihn nehme, nicht weil er es verlangt, sondern weil es meinem Wesen liegt. Durch die Beziehung mit Sid ist mir bewusst geworden, dass ich auf Dauer zu rücksichtsvoll bin und dabei vergesse auf mich zu achten. Diese Erkenntnis hat mich reifen lassen und somit habe ich mehr Sensibilität für meine eigene mentale Belastung entwickelt. Was Stuart angeht bewege ich mich im grenzwärtigen Bereich und fühle mich stellenweise emotional ausgenutzt. Genau begründen kann ich das noch nicht, aber es liegt an meiner Wertevorstellung. Ich kann übersteigerte Selbstüberzeugung nicht leiden, insbesondere nicht, wenn es um fehlerhafte Informationen oder Thesen geht. Das ist in meinen Augen eine Form von Arroganz, die enorme Abneigung in mir hervorruft. Dann diese Kann-ich-nicht-Einstellung, die von Faulheit und Beschränktheit zeugt. Zudem ist er ein Mensch, der denkt die Welt dreht sich um ihn. Keine Anzeichen von Selbstlosigkeit und die Empathie zeugt auch nicht gerade von Größe. Auf Dauer kann ich sowas nicht ertragen.

Mein Nachmittagsgemüt wurde gezeichnet von Gleichgültigkeit, Trübsal und Demotivation. In der Schule erwartete mich der nächste Schlag in meinem Face. Noch vor der ersten Stunde begegnete ich Frau Hannemann auf dem Flur, die auf mich zu kam, um mir zu gratulieren. Im Sekundenbruchteil merkte ich meine zornige Mimik pulsieren, also sagte ich nur, dasss nicht ich, sondern Lennox Geburtstag hat. Sie drehte sich zu ihm und ich zog ab. Überraschenderweise war Englisch ganz gechillt, Deutsch hingegen umso ätzender. Vor Stundenbeginn gab Frau Hannemann mir meinen Test zurück, den die anderen schon am Dienstag bekamen, als ich bei der Klassensprecherversammlung war. Schon am Mittwoch teilte Lennox mir mit, dass ich eine fünf für den fucking Gedichtvergleich kassiert habe. Naja, … is‘ mir egal. Im weiteren Stundenverlauf sollten wir wieder einen Vergleich schreiben. Heyms „Berlin II“ mit Zechs „Zwei Wupperstädte“. Es handelt sich um Sonetten, verfasst von lahmen Dichtern und echt nicht ansprechend, dabei mag ich den Expressionismus sehr, besonders Trakel und Kafka. Auf jeden Fall fragte ich vorher, ob wir Formmerkmale und Inhalt vergleichen sollen. Dem stimmte sie zu, also holte ich meine Anleitung raus und fing an. Nach Lennox musste ich vorlesen und hab natürlich nichts richtig gemacht, was mir dann auch so richtig reingewürgt wurde, weil ich meine Fehlzeit nicht aufgearbeitet habe. Nach mir war denn Emil dran, der nach zwei-Drittel seiner Aufzeichnung wurde er unterbrochen, um meine Wenigkeit ausgiebig darauf hinzuweisen, dass ich nichts auf die Reihe gekriegt habe. 

Bevor ich dann nach Hause ging, wollte Sie mir noch ein Blümchen geben, das Sie mir mit einem Lächeln überreichte. Anschließend bekam ich die nächste Standpauke von ihr, wobei sie jedes meiner Widerworte unter Tisch meckerte. Ade, letzter Rest der Schulmotivation.

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