Fotoalbum: Tauwetter am verrufenen Freitag

Heute früh (bzw. gestern früh), am 13.ten, den schwarzen Freitag, wie er auch im Volksmund genannt wird. Erinnern wir uns einmal achtundachtzig Jahre zurück: Amerika 1929 -> Börsenkrach -> Auftakt der zweiten Weltwirtschaftskrise. Erst knappe siebzig zuvor zerbrach der Kapitalismus – wie vom heldenhaften Karl Marx prophezeit – und löste die erste internationale Wirtschaftskrise. Wohlbemerkt: beide Male war Amerika der Auslöser. Die amerikanische Übermut ging als schwarzer Freitag in die Geschichte ein, zumindest hierzulande. Das eigentliche Desater ereignete sich vor Ort einen Tag zuvor und nennt sich Black Thursday. Damals war die Kommunikationsleitung eben etwas länger, im Gegensatz zur Gegenwart: ein Klick auf den Teilen- bzw. Senden-Button und die Info ist allerorts verfügbar.

Der allgemeine, durch angstverbreitenden Christen verbreitete Aberglaube, lässt Freitag den 13.ten als furchterregenden Tag da stehen. Die Deutschen betitelten diese Primzahl als Dutzend des Teufels, zugleich symbolisiert sie verstärktes Unglück. Der Freitag wird vom (leider!) missionierten Volk mit der Kreuzigung ihres hinterfotzigen Ketzergottes Jesus‘ verbunden (dabei gibt es dafür extra den Karfreitag!). Die Geistlichen versetzten die Gläubigen in Angst und Schrecken, um die Anhängerschaft schön abzocken und unter Kontrolle zu behalten. Wie ich diese dreckigen Heuchler hasse, ja ich pflege wahrhaftige Häresie! Erstmal egal, … Fakt ist, dass die Christen diesen Tag in einen finsteren Schatten gehüllt habe. Unnötige Negativitäten! Buddha hätte nie so ein Scheiß von sich gegeben. 
Zum Glück glauben nicht alle an den schwarzmalenden Scharlatan. In Japan und im Judentum ist die Dreizehn eine Glückszahl. Der eine Kontinent lächelt, während der andere weitflächig mit Paraskavedekatriaphobie verseucht wird. Was das ist? Das will man gar nicht wissen: diese unfuckingfassbare Phobie mit Wortkotzessalat ist tatsächlich eine psychische Störung! Scheinbar gibt es echt so viele verlassene Schädelhöhlen, die sich in einen dermaßenden Angstzustand, dass sie zu feige sind das Haus zu verlassen. Ich könnte mir echt nur an Kopf fassen und ihn schütteln bis zum Getno. Ich meine, warum waren die alle so leichtgläubig? Kreuzilein hat nie jemanden bestraft, trotzdem lebten seine Gläubiger wie Knechte und wurden vollends verarscht.

Als ich über das Getue um diesen Tag nachdachte, musste ich nur machen. Was sagt schon eine Zahl oder ein Wochentag? Als wenn das Unglück sich an einen Zeitplan halten würde?! Der aufgeklärte Glaubensrevolutionär und preußischer König, verließ uns an einem 17., ein Donnertag und das letzte wahre politische Herz, der legendäre Bismarck mit Pickelhaube, blieb am 30., einen Samstag stehen. Schweizer Versicherungsfutzies ermittelten sogar, dass anders bezifferte Freitag mehr Schadensfälle aufweisen, als die mit wo es dreizehn schlägt. Haha, klar doch, weil man automatisch vorsichtiger ist, aber dabei wird es eher durch hektisch gewordene Zeiten verdrängt. 

Mein Freitag war völlig ok: genoss das Tauwetter, auch wenn es deprimierend trüb war. Die Arbeit ging schnell vorbei, ich hab jeden meiner drei Freunde gesehen und meine Polly war auch bei mir. Hätte ich meinen Chef angerufen, um mich abzumelden, dann hätte er sich garantiert mordsmäßig verarscht gefühlt und mich für abergläubische Angst ausgelacht. Ernst würde mich dann auch keiner mehr nehmen. 

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