Die letzten Meter mit Tunnelblick

So langsam ist ein Lichtblick zu erkennen. Die stressige Zeit legt sich allmählich. Die Woche steht noch eine Matheklausur an und ein Physiktest. Die Woche muss ich auch noch arbeiten und nächste Woche komme ich endlich dazu zu entspannen und zu meinen Weihnachtsvorbereitungen. Ich wollte Frau Hegersdorf eine Kleinigkeit per Post auf Arbeit schicken. Eine Karte und … ich weiß nicht, vielleicht einen kleinen Schutzengel oder sowas, aber ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher wie das ankommt. Nach meinem letzten Besuch bei ihr, habe ich ihr eine Mail geschrieben, um mich zu bedanken und sie hat sogar geantwortet. Erst schrieb sie, dass meine Worte sie sehr berührt haben, was mich umgehauen hat. Was mich noch umgehauen hat, war die Aussage direkt im Anschluß: „Andererseits macht mich traurig, dass Ihre Sehnsucht nach sicheren und verlässlichen Beziehungen noch groß ist …“. Das ist das, was ich mit aller Kraft versuche zu verdrängen und verstecken. Ich wäre froh, wenn sie diese Person wäre. Frau Hannemann ist ein Stück weit solch eine Person für mich, jedoch hat sie auch noch ein eigenes Leben und weder die Zeit, noch die Kraft mir die Aufmerksamkeit zu geben, die ich bräuchte. Trotzdem bin ich dankbar, über jede Minute, die wir zusammen haben. Außerdem ist die Situation auch etwas schwierig, da sie noch meine Lehrerin ist. Wenn das Abi vorbei ist, können wir unsere Beziehung vertiefen, allerdings habe ich Schiss, dass wir uns aus den Augen verlieren. Irgendwie habe ich auch keine Angst sie zu verlieren, denn da ist so ein Gefühl in mir, das mir sagt, dass sie mich nicht im Stich lassen wird, denn ihr ging es früher nicht anders. 
Meine Kopfschmerzen haben sich übers Wochenende etwas gelegt, weg sind sie noch nicht. Als ich die Physikklausur nachgeschrieben habe, wurden die Schmerzen schlimmer, wie auch gestern in der Schule, als meine Konzentration gefragt war. Das geht momentan gar nicht. Mein Kopf fühlt sich so löchrig und unfähig an. Manchmal habe ich sogar richtige Sprachprobleme. Ich glaub, dass ich plemplem werde, wenn das so weiter geht, aber glücklicherweise ist das Halbjahr bald vorbei und im Januar muss ich nur an drei Tagen arbeiten. Mein Hirn kann sich bald entspannen, worauf ich mich echt freue. 
Das Abi werde ich durchziehen, auch wenn ich nur bestehe. Frau Hegersdorf und Frau Hannemann haben das auch gesagt. Ich sollte nicht aufgeben und mich zumindest so sehr anstrengen, dass ich nicht völlig versage. Es sind harte Zeiten und die erfordern harte Maßnahmen, in meinem Fall die andauernden Kopfschmerzen, die mir meine Nerven, Konzentration und Kraft rauben. In letzter Zeit war ich ziemlich erschöpft und auch jetzt fühle ich mich noch nicht fit. Dass ich jeden Vormittag arbeiten und abends noch zur Schule muss, schlaucht ganz schön, besonders was die Zeit zum Schlafen angeht. Meine Ernährung leider auch unter dem Termindruck und den auf mich einprasselnden Stressfaktoren. Meine Mutter ruft mich täglich an, wegen der neuen Wohnung und Unterlagen und sonstiger und so fort. Wäre ja kein Problem, wenn sie sich einfach mitteilen würde, aber sie wiederholt sich dabei mindestens drei Mal. Die denkt wohl ich wäre schwer von Begriff, aber das trifft nicht auf mich, sondern auf die zu. Wenn ich was von ihr will, ist es am besten ich sage es ihr drei Mal, dann wird das auch was. Sid nervt mich auch mit seiner Wohnung, wo meine Wenigkeit noch raus gekündigt werden muss. Er macht voll das Drama und warum? Weil er kein Klartext redet. Ich bin echt froh, diese Last nicht mehr in meinem Leben zu haben und sobald die paar Kleinigkeiten geregelt wurden, kann ich ihn völlig aus meinem Leben streichen.

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Ein Gedanke zu “Die letzten Meter mit Tunnelblick

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