Vom Nieselregen in die Traufe

Mein Tag fing soweit gut an, auch wenn es nicht so schien. Als ich wach wurde war ich erstmal verärgert, weil Sid sich keinen Wecker gestellt hat und zu spät zur Arbeit kam. Warum mich das ärgert? Weil er sagt, dass er erwachsen ist, aber er handelt nicht so. Das konnte ich schnell verdrängen und bin erstmal schnell mit Polly spazieren gegangen. Zu der Zeit war es noch Frau draußen und leicht verregnet. Wir sind wieder in den Humboldthain gegangen, in der Hoffung die nette ältere Dame mit dem Doodle-Labrador zu treffen. Leider war keiner da, als wir ankamen. Trotzdem spielten wir noch ein bisschen Ball unter den tropfenden Bäumen. Dann entdeckte ich ein Blatt, was mich lächeln ließ.


Ein paar schaffen es doch noch sich zu verfärben, jetzt wo es nicht mehr so trocken ist. Der Herbst kam von heut auf morgen und nun ist es da: stürmisch, nass und angenehm temperiert.

Mein Vormittag war ganz schön, dank der Präsenz des Herbstes. Aber nicht nur der, auch der Rückweg brachte noch eine Überraschung: Molly und die Liebe Omi. Polly sprintete gleich los und Molly kam auch gleich auf mich zu gerannt. Sie kamen uns entgegen und hatten es eilig, weil ihr Sohn heut Geburtstag hat und nach Berlin muss. Ich hatte noch Zeit und bin ein Stück mit in ihre Richtung gelaufen. Wir hätten noch ewig weiter quatschen können. Heute haben wir kurz über unseren bevorstehenden Tag geredet. Sie hat erwähnt, dass sie früher auch nebenbei am Einlass gearbeitet hat, so wie ich jetzt, bloß, dass sie in der Deutschen Oper war.

Als ich mittags zur Arbeit musste, begann meine Laune zu sinken. Gestern wurde mir mitgeteilt, dass ich heute schon um 12:15 Uhr anfangen soll und dann auch noch alleine mit Ronja! Das ist so abgefuckt. Es ist schon schlimm genug, dass ich letzten Monat nicht daran gedacht habe, mir für den heutigen Tag – Sids Geburtstag – frei zu nehmen. Nein, ich muss auch noch Überstunden machen. Ich habe mir keinen geringfügig Beschäftigte Tätigkeit gesucht, um am Wochenende 10-Stunden-Schichten zu schieben. Vor allem nicht für einen Garderobenumsatz von 2,50 €! Dazu kommt noch dieser verzogene Jammerlappen. Ich will diese Frau nicht ertragen. Allein heute war wieder der Knaller: um 12:15 Uhr ist Arbeitsbeginn, da geht sie erstmal raus eine rauchen, anschließend geht sie sich erst umziehen, dann nochmal auf die Toilette und erst dann, 20 Minuten später, hat die sich auf ihren Arbeitsplatz bewegt. Rotzenfrech setzte sie sich dann erstmal die ganze Zeit hin, bis 5 Minuten bevor die Türen geschlossen wurde. Da stand sie auf, aber nicht zum Arbeiten, sondern zum Kaffeekochen! Ist das nicht die Härte?! Aber damit noch nicht genug: eigentlich hätte sie vor der Saaltür stehen müssen und sie schließen, wenn die Verantstaltung anfängt. Doch als sie ihren Kaffee aufgesetzt hat, ist die erneut eine rauchen gegangen. Ich finde ihre Arbeitseinstellung assi und das war jetzt das zweite Mal. Beim Dritten Mal rede ich entweder mit ihr oder schreibe meinem Vorgesetzen eine Mail, denn ich stehe nicht über ihr und sie ist schon so eine Zicke. Total verzogen und denkt sonst was von sich. Mir egal, ich muss sie nur auf Arbeit tolerieren, aber ich finde es ungerecht dem Theater gegenüber, dass hier jemand bezahlt wird, der wirklich nur rum sitzt. Seitdem unsere Vorgesetzte in Rente gegangen ist, läuft hier einiges schief und anstatt eine neue Obereinlassdame bzw. ein Herr einzustellen, wurden zwei weitere geringfügig Beschäftigte eingestellt. Wenn mir das hier zu blöd ist, suche ich mir einen anderen Nebenjob, Hunde ausführen oder sowas. Ich hab echt kein Bock hier heute bis um 21 Uhr oder länger rumzusitzen.

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