Kein Grund zum Fresse ziehen

Die Winterdepression und die Frühlingsmüdigkeit sind vorüber. Ab heut knallt wieder die Sonne auf mein Haupt. Gestern noch war ich in der Hölle von Verdun 1916 und heute im Himmel auf Erden. Mein schwaches ich ist im Kampf gefallen und verweilt nun im Niemandsland. Vielleicht werde ich irgendwann von einem Archäologen gefunden, vielleicht auch nicht. Wer weiß…
Mein starkes ich blieb vom Trommelfeuer bis zum bitteren Ende stark. Nun ja, es hat sich ganz schön lange wie ein Angsthase im Graben verkrochen, doch dann kam es hervor und beendete da ganze Tohuwabohu. Während ich auf an der deutschen Front lauerte, bombardierte mich Sid von der französischen. Er denkt wohl, dass er die Schlacht gewonnen hat, aber soll er nur weiter auf seinem hohen Ross bleiben und die dünne Luft da oben einatmen. In letzter Zeit sind da eh keine gescheiten Hirnzellen, die Sauerstoff benötigen. Wahrscheinlich geht’s mir besser, weil ich innerlich irgendwie mit ihm abgeschlossen habe. Schluss ist noch nicht, denn ich habe die noch die Hoffnung, dass er wieder der wird, in den ich mich verliebt habe. Es fassen sich schon alle an den Kopf, warum ich das so lange mitmache und mir das bieten lasse, selbst ich frage mich immer wieder warum, wieso, weshalb. Die Antwort ist jedes Mal dieselbe: weil ich ihn liebe.

Gestern habe ich mir zumindest zum letzten Mal so eine Show bieten lassen, in der ich mir anhören musste wie scheiße ich doch bin und was ich alles verkacke. Als ich schon flennend vor ihm stand und kapitulierte, schrie er mich nur noch weiter an und ließ den Besserwisser raushängen. Es zählt nur was er sagt und da kommt viel Kritik was mich angeht. Sobald ich mal ein Ton sage, ist er gleich bockig und die Pubertätspickel wachsen. Letzte Chance!

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Ein Gedanke zu “Kein Grund zum Fresse ziehen

  1. Lies mal Milan Kundera, „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“.
    Da geht es um die Art zu lieben. Ist die Art, wie wir einen Hund lieben, nicht viel ehrlicher? Obwohl sich ein Hund andauernd von Anderen streicheln läßt.

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