Aus dem Unterricht geflogen

Das war echt krass. Ich könnte mich jetzt noch krümmen vor Lachen. Heute hatte ich drei Stunden Englisch und zwei Stunden Deutsch oder besser gesagt nur zweieinhalb Stunden Englisch, denn der Fatzke von Englischlehrer verwies mich dem Unterricht. Wir bekamen, wie jede Stunde einen Text. Das wird langsam echt öde. Immer nur Textbearbeitung und Aufgaben dazu. Weil mich das heut so angekotzt hat, habe ich als erstes ein Kommentar auf mein Blatt geschrieben. Die genaue Wortwahl weiß ich nicht mehr und nachgucken kann ich auch nicht, denn mein Zettel würde mich abgezogen. Ich schrieb irgendwas mit wieder nur blöder Text, weil der Lehrer nichts anderes kann. Dann arbeitete ich die drei Aufgaben ab und als ich fertig war, langweilte ich mich still und leise. Wir sollten uns diesmal nicht untereinander helfen, sondern allein arbeiten, also starrte ich Löcher in die Luft und lauschte dem Ticken der Uhr. Irgendwann wanderte er zu mir, weil er ein Blick auf meine Arbeit werfen wollte, denn er langweilte sich genauso. Zu dem Zeitpunkt saß ich schon gute zehn Minuten rum und war in Gedanken. Als er mein Zettel nahm, dachte ich schon gar nicht mehr an das Kommentar. Was auch egal gewesen wäre, denn wir sollten es nicht abgeben. Es sind meine persönlichen Aufzeichnungen und wenn ich Probleme mit dem Inhalt hat, denn hat er hält Probleme, aber das ist nicht mein Problem. Jetzt kann ich verstehen, warum ihn die anderen Lehrer alle Sensibelchen nennen. Dabei hat er zu Beginn der Stunde noch die Floskel schön-dich-zu-sehen rübergeworfen. Hahaha, ich kann nicht mehr … 

Als er das Kommentar schließlich gelesen hat, fragte er mich, ob er dazu jetzt was sagen soll, ich antwortete mit nein und er erwidertet, dass ich gehen kann. Das tat ich und ging erstmal eine rauchen. In der Zeit kam Frau Hannemann und sie fragte mich, warum ich hier draußen bin. Nachdem ich ihr die Story erzählte, musste sie lachen und amüsierte sich über meine Leck-Arsch-Einstellung gegenüber der Situation. Anschließend ging ich zur Cheffin, um mich selbst zu verpetzten. So kam ich ihm zuvor und Frau Wendtland musste auch nur schmunzeln. In erster Linie war sie sprachlos, denn ich erwähnte auch, dass ich es nicht zurück nehmen würde, es ihm aber eher anderes mitgeteilt hätte. Ich bekam kein Ärger, aber ich hab schon mit einem Anschiss gerechnet. Wahrscheinlich muss ich mir noch Gelaber von meinem Englischlehrer anhören, aber da wird einfach auf Durchzug gestellt. 

Ist das zu fassen? Da bin ich in einer Klasse mit zehn Jungs und zwei Mädchen und die Jungs sind Ghetto, also Vorlaut und auch mal frech. Und ich bin die erste, die aus dem Unterricht fliegt? Na das nenn ich mal ADHS-Power, ganz ohne Rumgestresse. Ick feier mich selbst. Irgendwie war das ein Triumph … ja, irgendwie.

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3 Gedanken zu “Aus dem Unterricht geflogen

    • Naja, was er für ein Sensibelchen ist. Er scheint sich ja dadurch angegriffen gefühlt zu haben. Wenn er nicht selbst der Meinung wäre, wäre es ihm sicher egal gewesen. Is mir egal.

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