Alte Sehnsüchte

Heute bin ich wieder arbeiten. Es ist Sinfoniekonzert und ich wäre am liebsten in der Vorstellung, aber ich höre hier draußen zumindests gedämpfte Klänge. Das Publikum besteht zu 90 % aus Rentern, die alle ganz gemütlich sind. Aber als hier alle gekommen sind, war es die reinste Parfüm Parade. So viele süße Gerüche. Wovon einige ziemlich in der Nase gestochen haben. Dann war da noch ein anderer Gast. Sie ist mit ihrem Sohn da und heißt Frau Sichel. Damals war sie meine Englischlehrerin und wir sind gut miteinander ausgekommen. Frau Sichel ist nicht nur verdammt cool, auch sehr anziehend. Ich hab mich damals in sie verschossen. Sie war die erste Frau, in die ich verguckt habe. Mir war klar, dass ich nicht die geringste Chance habe, denn sie ist verheiratet und zwei Kinder, deswegen behieltich es für mich, ließ mir nichts anmerken und genoss jeden Moment in ihrer Gegenwart. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass wir uns mal in der Stadt trafen. Sie sah mich und sprach mich an. Wir quatschten kurz, gingen noch gemeinsam in ein paar Läden und dann fuhr sie mich in ihrem dunkelgrünen Ford Focus nach Hause. Sie tat es von sich aus, keine Ahnung warum, aber ich bemerkte, dass sie mich mag. Wir tauschten sogar unsere Mailadressen und schrieben uns ab und zu. Heute erkannte sie mich wieder die eingeschlafenen Gefühle von damals wurden sofort wieder wach. Klar, sie ist etwas älter geworden, aber kein Stück weniger attraktiv. Am liebsten wäre ich vorhin gleich übern Tresen gesprungen, um sie in die Arme zu nehmen, aber das wäre wohl etwas komisch gewesen. In der Pause konnte ich auch ein kurzen Blick nach ihr erhaschen und ich hoffe, dass ich ihr nachher ihre Jacke zurückgeben kann. Jetzt fängt sie – wie auch schon damals – wieder damit an mir die Gedanken zu rauben. 

Ansonsten war die Woche doof, denn ich war nur Montag in der Schule. Ich bereue es einerseits schon wieder, andererseits aber auch nicht. Ich muss mein Drogenkonsum besser planen, dass die Schule nicht drunter leidet. Nächste Woche muss ich durchziehen, ohne Widerrede! Meine Disziplin ist für’n Arsch, wenn ich so depressiv bin. Ich kann nicht aufhören an Frau Hegersdorf zu denken, immer noch nicht. 

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