Der Heulkrampf

Alles läuft verkehrt. Ich habe mir den Vertretungsplan angesehen, als ich meine Schultasche packen wollte und da sehe ich, dass gestern der Plan geändert wurde. Bio wurde auf heut vorgezogen, somit hätte ich heute meinen Vortrag halten müssen. Ich bin nicht gegangen, denn heute bin ich absolut nicht in der Lage einen Vortrag zu halten, zumal ich noch nicht mal Bilder ausgedruckt habe. Außerdem habe ich auch das Hand-out auch noch nicht gemacht und meine Stichpunktkärtchen auch nicht. Das wollte ich alles morgen vor der Schule machen, aber dank der Planänderung hat mein Heulkrampf seinen Höhepunkt erreicht. 

Meine Gefühlswelt steht im totalen Chaos. Alles brennt und weit und breit kein Wasser in Sicht, keiner der Hilfe holen könnte und auch kein Ausweg raus aus dieser Misere. Ich fühl mich so verloren und im Stich gelassen. Das Lied The Memory von Mayday Parade beschreibt meine emotionale Lage wohl am besten:

(1) She is everywhere I go, everyone I see. Winter’s gone and I still can’t sleep. Sommer’s on the way, at least that’s what they say but these clouds won’t leave. Walk away, I’m barely breathing as I’m lying on the floor. Take my heart as you’re leaving. I don’t need it anymore.

(Ref) This is the memory. This is the curse of having too much time to think about it. It’s killing me. This is the last time. This is my forgiveness. This is endless.

(2) Now spring has brought the rain but I still see your face and I can not escape the past. Creeping up inside, reminding me that I can never bring you back.

(Ref) – (3) Someone help me cause the memory convinced itself to tear me apart and it’s  gotta successes befor long.

Am liebsten würde ich mich auf die Spitze eines Berges stellen und dieses Lied herausschreien, um mein Leid loszuwerden. Nur weil ich meine Paychologin verloren habe. Warum wirft mich das so aus der Bahn und warum kann ich damit nicht umgehen? Heute Vormittag war noch bombastisches Wetter und jetzt bedeckten trübe Wolken den Himmel. Es hat sogar angefangen zu schneien. Besser als Mayday Parade hätte ich es nicht formulieren können. Sie singen mir aus der Seele. Ich hab Frau Hegersdorf heute angerufen, dich als sie den Hörer annahm habe ich hektisch wieder aufgelegt weil ich Schiss gekriegt habe. Was sollte ich ihr sagen? Dass ich sie vermisse und verzweifelt bin? Früher konnte ich das machen und dann hat sie mich beruhigt. Jetzt geht das nicht mehr, nur weil sie mir zu wichtig geworden ist. Hätte ich das nie erwähnt, dann würde ich jetzt nicht allein da stehen. Wäre es so einfach machbar, dann hätte ich ihr mein Herz wohlbworklich da gelassen, zumindest den Teil, denn sie zum Leben erweckt hat, denn jetzt, was soll ich noch mit dem Schmerz, der übrig geblieben ist? Er isst schuld daran, dass ich mir noch schwer atmend auf dem Boden liege. Das ist der Fluch, wenn man zu viel Zeit hat darüber nachzudenken. Die ganze Zeit über dachte ich, ich hätte es geschafft und komme damit zurecht einen wichtigen Menschen verloren zu haben, weil die Vorschriften es so verlangen. Aber ich habe mich getäuscht! Alles nur aufgeschoben und ignoriert bis die Entzündung zu eitrig geworden ist und nicht mehr ignoriert werden konnte. Wenn ich jetzt an Frau Hegersdorf denke, dann kommt sie mir so fremd vor, obwohl sie doch der warmherzigste Mensch auf Erden ist. Dabei würde ich so gerne mit ihr reden, egal worüber. Ich würde sie so gerne sagen hören, dass alles ok ist. Warum kann ich dies Kapitel nich einfach hinter mir lassen? Warum geht das nicht?! Diese Wolken werden nie vergehen, wenn ich mich nicht trennen kann und die Erinnerungen werden weh tun anstatt eine Zeit des Aufschwungs zu erinnern. Wenn man viel hat, hat man viel zu Vierlingen und sie ist verdammt viel Wert, weil sie einen liebevollen Charakter hat.

Morgen werde ich zu meinem Psychiater fahren und ihm meine Lage erklären, in der Hoffnung, dass ich eine Krankschreibung kriege und nicht zurück in die Klinik muss. Und heute hoffe ich, dass ich Frau Hegersdorf aus meinem Kopf kriege. Hätte ich doch nur nicht aufgelegt.

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