Sprachlos wie nie

Gerade habe ich mit Frau Hegersdorf telefoniert. Als ich ihre Stimme hörte, fing ich an zu stottern und wusste nicht was ich sagen soll. Sie fragte, was sie für mich tun könne und ich fühlte mich, als hätte ich das Sprechen verlernt. Zwischen ein Haufen „Äh“ und „also ich … ähm“ schaffte ich ihr mitzuteilen, dass ich mächtig nervös wegen morgen bin und dann wurde mir bewusst, dass ich keine Ahnung habe, warum ich sie angerufen habe. Im Nullkommanichts war ich unsicher und noch nervöser als so schon. Nicht einmal ihre einfühlsame Stimme konnte mich beruhigen. Morgen habe ich den Termin bei ihr und sie sagte, ich solle mich nicht verrückt machen. Das will ich auch nicht, aber es ist schwer dagegen anzukämpfen. Immer wieder schießen mir ähnliche Szenen in verschiedenen Variationen durch den Kopf. Ich hab das Gefühl, dass ich durchdrehe. Heute morgen passierte dasselbe, wie vor dem letzten Termin. Ich würde früh wach, weil ich etwas unschönes geträumt habe und wieder habe ich keine Ahnung was mir solche Angst eingejagt hat. Der letzte Termin wurde abgesagt und der morgen steht auch auf der Kippe, auch wenn Frau Hegersdorf recht überzeugt davon ist, dass wir uns morgen sehen. Als ich sie zuerst erreichen konnte, war sie zuerst im Gespräch mit einer Patientin und als sie eine Stunde später zurückrief, dachte sie erst, dass ich den Termin absagen möchte und dabei klang sie etwas geknickt. Stotternd konnte ich verneinen, denn ich freue mich auf den Termin und sie wiederzusehen, aber genau so panisch bin ich auch deswegen. Sie könnte mir nicht versichern, dass alles gut wird und fügte hinzu, dass es kaum etwas gäbe, womit wir nicht zurecht kämen. Für einen Augenblick regulierte sich mein Atem und im nächsten habe ich mich gefragt, was ist, wenn mein Problem, mein gut gehütetes Geheimnis zu den Problem zählt, weswegen sie „kaum“ benutzte. Ich weiß nicht wohin mit meiner panischen Nervosität. Ich weiß nur, dass ich die Schule heute sausen lasse und mir neue Papers holen muss.

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2 Gedanken zu “Sprachlos wie nie

  1. Ich finde es schlimm wenn sich negative Gedanken breit machen, sich quasi „festsaugen“ und ich nicht los lassen kann. Schrecklich….Früher war ich Experte darin selbst im positivsten das negative zu finden, mich daran fest zu beißen bis immer mehr negative Gedanken mich so erdrückten das ich flüchten musste. Flucht bedeutete dann Drogen nehmen. Heute ist es schon besser, flüchte ich kaum noch.

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