On Tour von 8 bis 23 Uhr

Mir ist kalt und trotzdem schwitze ich. Das ist doch kacki! So ist das, wenn ich nicht weiter kiffe. Sid und ich haben gestern Schlüppatach gemacht, also den ganzen Tag gezockt, gegessen und gekifft. Der Tag war echt chillig, aber so fing er nicht an. In der Nacht von Samstag zu Sonntag haben meine – wie Sören sie gerne betitelt – Erdbeertage eingesetzt. Ich würde wach und innerhalb einer Minute entwickelten sich üble Unterleibsschmerzen. Am Morgen wurde ich mit echt pissiger Laune wach und dachte, dass der Tag im Arsch ist. Doch so war es nicht. Sid blieb lieber bei mir, als mit seinen Kumpels zu skaten. Er wollte sogar meine schlechte Laune über den ganzen Tag hinnehmen und das rechne ich ihm sehr hoch an. Nachdem wir mit Polly unten waren, hat er unseren ersten Joint gebaut. Ich zog zwei-, drei Mal dran und meine Menstruationsbeschwerden waren im nullkommanichts wie vom Winde verweht, mehr oder weniger buchstäblich. Sid hat mit seiner Anwesenheit und Fürsorge meinen Sonntag gerettet.

Heute war ein ausgefüllter Montag. Um neun Uhr hatte ich einen Termin beim Arbeitsamt. Der Pflichtbesuch, das Übliche. Aber mein letzter, denn ab dem möchten Halbjahr kriege ich Bafög und bin das Assiamt los. Danach musste ich mich um das VHS Kursbuch für meine Oma kümmern. Sie hat ein Tag vor Nikolaus Geburtstag und meine Eltern und ich schenken ihr einen Abendkurse, den sie sich selbst aussuchen kann. Ich rief die Volkshochschule an, um herauszufinden wo ich diese Hefte herkriege. Die Dame am anderen Ende der Leitung informierte mich darüber, dass das neue Heft am Sonntag in der Zeitung sein wird, somit ist es pünktlich zur Feier da und ich musste mich nicht bewegen. Sid hat heute noch den Gutschein an sich gestaltet. Als ich wieder zu Hause ankam, musste Sid los zur Arbeit und ich vegetierte vor mich hin. Mir war langweilig und ich wusste nicht was ich tun soll. Die Wohnung ist etwas chaotisch, aber auf Aufräumen hatte ich keine Lust. Ich versuchte Stuart anzurufen, aber er drückte mich zweimal nacheinander weg. Zuerst dachte ich mir: Hallo! Gibt es etwas Schöneres, als von mir geweckt zu werden?! Ungefähr zehn oder fünfundreißzig Minuten später rief er zurück und sagte, dass er beim Sozialpsychiatrischen Dienst war, um sich mit einer Sozialarbeiterin zusammen zu tun. Stuart war also nur auf der anderen Seite des Flusses. Könnte ich durch Häuser gucken, hätte ich ihn sogar aus meinem Küchenfenster sehen können. Also kam er rum und wir quatschten bis um eins. Wir gingen zusammen los und er begleitete mich noch zum Bäcker, um auf Polly aufzupassen, während ich Sid was zu essen holte, denn er nahm nichts mit. Stuart radelte los und ich brachte Sid sein Baguette. Danach kam er mit in die Galerie, um die Geburtstagsgeschenke für meine Schwestern zu besorgen, denn die haben auch noch vor Weihnachten Geburtstag, sowie auch mein Stiefvater. Drei Geburtstage, wovon einer doppelt zählt, weil meine Schwestern Zwillinge sind und das vor Weihnachten. Boom! Außerdem ist am Samstag nicht nur Omas Geburtstag, sondern auch die Weihnachtsfeier von unserer Jugendbrigarde ist. Dazu gehören Oma mit Franz, Sören, ich und andere Bekannte aus der Gartensparte. Wir treffen uns einmal im Monat zum Bowlen und machen Ausflüge, wie ein Verein, bloß ohne Wettkämpfe oder sowas. Alles nur zum Spaß. Wir gehen alle hier in der Stadt brunchen, also habe ich es nicht weit. Am Sonntag ist dann auch noch die Weihnachtsfeier der Gartensparte.

Sid ging zurück ins Studio und ich zurück nach Hause. Dann musste ich mir die Haare waschen, abwaschen, Schultasche packen und meine Aggressionen bei meinem Interbetanbieter rauslassen, weil ich seit Vertragsabschluss monatlich fünf Euro für ein Antivirusprogramm bezahle, dass ich nicht nutze, nie bestellte oder dafür unterschrieb, ja nicht einmal darüber informiert wurde. Letztlich bekam ich das Geld gutgeschrieben und muss die Nächten Monate erstmal nichts bezahlen. Anschließend für ich los zur Schule. Es nieselte erst etwas stärker und Windböen kamen in Schüben. Schon am Morgen auf dem Weg zu Amt erfasste mich ein Windstoß, als ich hinter einem Auto über die Straße fuhr. Er war kurz und heftig, sodass ich fast gegen das Auto knallte. Bis ich bei Rewe ankam, würde das Nieseln zu leichten Regen, der durch den Wind ins Gesicht peitschte. Ich holte meine Verpflegung und fuhr weiter zu Phillip’s. Da holte ich Leckerlies und ein neues Spielzeug für Polly. Von da aus fuhr ich zum Garten, um das Rad abzustellen, denn der Wind stieß mich drei Mal in Richtung Straße. Der Garten ist nur zehn Minuten zu Fuß von der Schule entfernt, wo ich ein paar Minuten zu spät ankam. Chantal nahm mich nach der Schule mit und setzte mich bei meinem neuen Pharmazeutiker ab, denn der andere, der immer lieferte wird wohl vier Jahre, wenn nicht noch länger außer Betrieb sein. Der wohnt circa elf Minten zu Fuß entfernt von mir. Dann war ich endlich wieder zu Hause und freute mich auf mein Bett. 

Heute habe ich zwar den ganzen Tag nicht gekifft, nun ja … bis jetzt, aber dafür habe ich auch nicht daran gedacht was zu essen. Erst in der Schule aß ich meine Verpflegung, doch nur aus Gewohnheit. Ohne Gras auch kein Appetit. Das ist genauso kacki, wie zu schwitzen, wenn man friert. Bisher konnten die Ärzte noch nicht herausfinden, warum ich kaum zunehme und mein Körper mir nicht sagt, wenn er Nahrung benötigt. 

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