Einer der seltenen normalen Tage

Der heutige Tag, war einer der an denen ich mich wie ein normaler Mensch gefühlt habe. Stuart und ich waren Pilze sammeln. Groß war die Ausbeute nicht. Es reicht aber für meine Pilzrahmsauce zu Spätzlen und eine kleine Pilzpfanne. Das reicht für mich völlig aus, also bin ich auch nicht gerade enttäuscht. Immerhin sind es vierzehn Stück und davon sind nur zwei klein. Die anderen sind recht groß. Im Schnitt so groß wie meine Hand. Außerdem hatten Polly und Lucie eine Menge Spaß im Wald. Polly hatte besonders viel Spaß dabei durch den schwarzen sumpfigen Modder zu springen. Dafür wurde sie zu Hause abgeduscht, was sie einfach über sich ergehen lassen hat. Stuart uns ich haben über die Pilze philosophiert: auf welcher Moosart sind sie am häufigsten, findet man sie eher im Laub- oder Nadelwald, da wo wenig oder viel Licht ist und o weiter. dazu muss man sagen, dass wir kaum Ahnung von Pilzen haben. Naja, das stimmt nicht ganz, denn mit den Magic Mushrooms kennen wir uns einigermaßen aus.

Der Tag war wirklich entspannend und die angenehme Waldluft hat gut getan. Freitagabend war dafür umso anstrengender für mein Gemüt. Ich habe Rotz und Wasser geflennt. Ein Grund dafür war der eigentliche dreizehnte Monatstag mit Sid. Weitere Gründe haben sich ergeben. Ich war wieder völlig aufgewühlt und habe meiner Psychologin folgende Mail geschrieben:

„Frau Hegersdorf, Sie haben gesagt, dass ich nicht sagen soll es ginge mir gut, wenn es gar nicht so ist. Nun: es geht mir nicht gut. Nicht nur wegen dem Ding mit Sid, sondern weil sich mein Kopf schon wieder überschlägt. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll und wo ich aufhören sollte, denn da ist kein Ende. Es hört nirgendwo auf. Es ist nicht wie die Strecke zwischen Marathon und Athen, sondern eher das zehntausendfache, was den blöden Umfang der Erde ergibt und wie Sie wissen ist die Erde rund. Man kommt überall wieder vorbei und es dreht sich nur im Kreis. Es ist schon beschissen ohne Gras einzuschlafen und nicht einschlafen zu können, weil ich Schiss vor diesem beschissen Traum habe. Aber noch beschissener ist diese Gedankenschleife in Form des Unendlichkeitszeichen. Warum kommt denn immer alles hoch? Warum nervt es mich immer noch, dass meine Mutter sich nicht interessiert hat oder meine Väter sich einfach verpisst haben? Warum habe ich ständig Angst meine Liebsten zu verlieren, weil ich Mist baue? Und denn stehen da noch mehr warums umher. Es geht mir wie früher, ganz genauso und das ist anstrengend. Jedes Mal, wenn es mir so geht fühle ich mich so, als würde ich jeden Augenblick durchdrehen und das liegt nur daran, dass ich fühle und ich es nicht akzeptieren kann, weil ich es nicht verstehe. Tagsüber bin ich immer stark und marschiere durch jedes Minenfeld, doch nachts liege ich im Schützengraben und kriege Anfälle, weil die Bombenanschläge und das Trommelfeuer mich zerfetzt und das jede verdammte Nacht. Was soll ich denn nur tun?“

Danach ging es mir besser und ich konnte sogar lächeln, als ich mir vorstellte, dass sie einfach nur vor mir stehen würde. Sie ist eben der stützenste Pfeiler in meinen Leben. Am Mittwoch habe ich den nächsten Termin mit ihr und freue mich schon unheimlich drauf.

Heute habe ich mich außerdem noch in dem Forum adhs-chaoten.net angemeldet und habe auch schon einige Beiträge kommentiert. Stuart hat mich drauf gebracht. Bislang war ich absolut gar kein Fan von Foren, doch nun habe ich mich rein gefunden. Das wird wohl neben GTA online meine weitere Abendbeschäftigung.

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