Abende wie dieser

Was mache ich mir eigentlich vor? Seit dem Aus zwischen Sid und mir halte ich meine Gefühle unter Verschluss und kaum ist die Sonne untergegangen, kommen wieder dieselben Depressionen und niederschlagenden Emotionen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es mir ohne ihm besser oder schlechter geht und am liebsten würde ich gar nicht darüber nachdenken, aber wenn ich es nicht tue wird es mir ewig im Nacken hängen. Keine Frage, ich fühl mich befreit, aber es kommen diese Momente der völligen Einsamkeit zurück. Als wären sie die ganze Zeit in meinem Schatten nebenher geschlichen und nun haben sie sich angepirscht und im richten Moment zugeschlagen. Es kommt alles zurück und ich werde nicht fertig damit. Egal ob ich jetzt hier auf meiner Couch liege, in meiner Unterkunft während der Ausbildung oder meinem Bett im Kinderzimmer. In jeder Phase meines Lebens drängen sich diese Empfindungen auf und lassen nicht locker. Dann wird mir wieder bewusst, dass dies einer der Gründe für das ausgedehnte Kiffen war. Zu meiner Einsamkeit kommen die Verlustängste und zusammen inszenieren sie die übelsten Storys, die vierdimensional in meinem Kopf aufgeführt werden. Dabei sehe ich nicht nur irgendein Hirngespinst, sondern bin selbst Teil der Handlung. Dazu kommt ein Mensch der mir sehr am Herzen liegt und ein Bösewicht, der mir zeigt, dass ich keiner dieser Menschen beschützen kann. Meine Sinne setzen mich in die mitreißendsten Tragödien und Dramen. Ich werde wie eine Marionette gezwungen zu tanzen. Das schlimmste bei der Sache ist, dass ich aus diese Gedankenschleifen nicht raus komme, zumindest nicht ungeschoren. Wenn ich es einfach stoppe liege ich solange wach bis ich mir bis zum Ende reingezogen habe. Was stimmt nur nicht mit mir?! Das ist nicht das ADHS, das ist auch nicht der Entzug, das ist meine eigene kranke Ausgeburt von Hirn. Diese böse Brut lässt mich unter meinen negativen Gefühlen leiden und quält mich mit meinen Schwächen. Doch warum? Was habe ich meinem Hirn angetan? Irgendwann drehe ich noch durch oder ich kiffe weiter, aber das kann doch keine Lösung sein. Klar geht es mir im Großen und Ganzen besser mit THC, so werden wenigstens meine Cannabinoid Rezeptoren erregt und komischerweise sagt Wikipedia über diese CNR1 genau das aus, was mir fehlt. Was soll das? Warum ist Gras illegal, wenn es Menschen wie mir ein normales und weniger abgedrehtes Leben schenkt? Die Regierung will ihre Bevölkerung doch dumm und still halten, warum also? Warum? Ich könnte schreien, heulen und einfach nur kiffen, um mich aus diesem Emotionsdschungel zu befreien. Ein Dschungel in dem die übelsten Raubtiere leben. Angefangen bei Harpyien, bis hin zu Raubkatzen und zwischen den Steinen am Boden wimmelt es nur so von Pfeilgiftfröschen und Skorpionen. Wasser scheint die einzige Rettung, aber am Ufer angekommen sind da schon etliche Würfelquallen zu sehen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis zur völligen Verzweiflung. Entweder stehe ich diesen erbarmungslosen Krieg im Schützengraben durch oder werde schwach. 

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