ADHS- Alltäglich dramatisch hohes Stresslevel

Gestern war ein überaus abwechslungsreicher Tag. Alles war cool, denn endlich läuft alles in die richtige Richtung, so wie ich es mir immer gewünscht habe. Doch dann habe ich mich auf die Waage gestellt und alles brach zusammen. Auf der Anzeige waren 41,5 Kilogramm zu sehen, als ich drauf stand. Das sind auf 162 Zentimeter zehn Kilogramm zu wenig und wahnsinnig beunruhigend. Von jetzt auf gleich war ich in Verzweiflung gefangen und die Tränen liefen ohne, dass ich das wirklich bemerkte. Ich war allein mit Polly zu Hause und wusste nicht wohin mit mir. Zuerst versuchte ich Frau Hegersdorf zu erreichen, jedoch vergebens. Anschließend habe ich versucht Frau Hannemann zu erreichen, denn auch wenn sie manchmal eine doofe Deutschlehrerin ist, ist sie auch meine Freundin und für mich da wenn es drauf ankommt, doch auch sie war nicht erreichbar. Danach rief ich Sid an, was ein Fehler war, denn der zog mich mit seinen Ratschlägen in dieser labilen Situation nur noch mehr runter. Letztlich telefonierte ich mit meiner Mutter und bat sie darum mich heute von Arzt abzuholen. Sie war zwar auf Arbeit, aber ich konnte ihr kurz mein Elend mitteilen. Warum genau ich meine Mitter darum gebeten habe weiß ich nicht. Wahrscheinlich weil ich mich immer noch nach der mütterlichen Liebe sehne, die mir zu lange Zeit gefehlt hat. Nach diesem Telefonat war ich kurz erleichtert, aber dann auch gleich wieder aufgewühlt, denn mir wurde bewusst, dass ich gestern noch eine Matheklausur schreiben musste. 

Bis ich in der Schule ankam konnte ich nicht aufhören zu weinen, daher bin ich auch einen anderen Weg zur Schule gefahren. Einer der weniger befahren und belaufen ist. Ich setzte mich in der Raum und wartete ab. Wir hatten vier Unterrichtsstunden Zeit zum rechnen. Frau Hannemann schreib mir zurück, dass sie in der dritten und vierten Unterricht hatte und ich davor oder danach gerne zu ihr kommen könne. Ich wurde zum Ende der zweiten Stunde fertig und traf sie noch kurz an. Als ich ihr kurz meine Lage schilderte war ich den Tränen wieder nah, doch sie hat mich gestärkt und etwas aufgemuntert, auch wenn es nicht lang anhielt, aber nach der Schule rief sie mich nochmal an. Doch bevor ich wieder mit ihr reden konnte und ihre beruhigenden Worte meine Seele streichelten, musste ich mich noch mit Sid auseinandersetzen. Als ich zu Hause ankam, setze ich mich aufs Bett und starrte den ausgeschalteten Fernseher an. Kurz darauf kam Sid mit Polly wieder und es dauerte nicht lange bis die Situation wieder eskalierte. Ich saß bereits mit einem Riesen Problem zu Hause und dann kommt er und macht nur noch mehr Probleme. Völlig rücksichtslos und eingenommen von sich selbst. Als es mir zu viel wurde ging ich kurzerhand zu Sören rüber, um mich anzulenken und zu beruhigen. Das lief auch ganz gut, aber Sören ist auch derjenige, der am besten mit mir umgehen kann und versteht wie ich mich fühle. 

Zurück zu Hause. Alles ist wieder eskaliert und Sid hat mir weiter gemacht. Ich weiß, dass er auch ADS hat, aber das rechtfertig nicht die Worte, die er zu mir gesagt hat. Alles im allem haben wir uns vertragen, auch wenn ich es mir für seinen Seelenfrieden und meine Ruhe getan habe. Zufrieden bin ich damit nicht, aber er ist es und ich muss nicht weiter rum diskutieren.

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